31. März 2008
23. März 2008
19. März 2008
Lob des Realismus: Ronald Paris - Retrospektive 2008
Anläßlich des 75. Geburtstages des Malers und Graphikers Ronald Paris findet im Jahr 2008 eine repräsentative Ausstellung seines bisherigen Lebenswerkes statt. Gezeigt werden 70 Hauptwerke aus allen Schaffensphasen des Künstlers, darunter solche seinerzeit umstrittenen Bilder wie das Wartenberg-Triptychon (1961) und die Porträts von Wolfgang Heise (1967) und Ernst Busch (1972).
Die Ausstellung wird zuerst in Sondershausen (Marstall, 5. April bis 29. Mai 200
gezeigt. Anschließend wird sie in Schwerin (Schleswig-Holstein-Haus, 6. Juni bis 3. August 200
und in Potsdam im Haus der Brandenburgisch - Preußischen Geschichte ( 5. September bis 26. Oktober 200
zu sehen sein.
Ein etwa 250seitiger Katalog wird die Ausstellung begleiten. Das Vorwort hat Wolfgang Thiersegeschrieben. Namhafte Kunsthistoriker und Kenner des Werkes von Ronald Paris wie Peter H. Feist, Erhard Frommhold, Peter Arlt, Jens Semrau, Klaus Tiedemann, Gerd-Helge Vogel, Fritz Jacobi und Norbert Krenzlin haben weitere Beiträge geschrieben. Träger des Gesamtprojekts ist die Sparkassen - Kunststiftung für den Kyffhäuserkreis in Sondershausen/Thüringen. Kuratoren des Projektes sind der Kunsthistoriker Prof. Dr. Peter Betthausen und Ulrike Hager.
Ronald Paris wurde am 12. August 1933 im thüringischen Sondershausen geboren. In Weimar, Jena und Gotha ging er zur Schule und tat die ersten Schritte auf seinem Weg zum Künstler. Dieser führte ihn 1953 zunächst an die Kunsthochschule in Berlin-Weißensee zum Studium der Wandmalerei. Deren traditionelle Affinität zu den großen Themen der Mythologie, Literatur und Geschichte kam dem in der geistigen Welt der Weimarer Klassik aufgewachsenen Ronald Paris besonders entgegen. Sie wurde zum Fundament seines gesamten Schaffens.
Künstlerisch gleichwertig steht neben den Wandbildern der sechziger, siebziger und achtziger Jahre im ehemaligen Hauptamt für Statistik in Berlin (1969/70), in einem Wohngebiet in Rostock-Evershagen (1975), im Leipziger Gewandhaus (197
oder im Schwedter Theater (1978-82) die Vielfalt der Staffeleimalerei und der Graphik. Vorzugsweise auf diesen Feldern der bildenden Kunst entfaltete sich der “expressive Realist” Paris. Für ihn ist die sichtbare Welt die wichtigste Inspirationsquelle geblieben, der Dreh- und Angelpunkt seines Wirkens als Porträtist und vor allem als
Landschaftsmaler.
Ronald Paris lebte und arbeitete als freischaffender Maler zunächst inBerlin und dann, seit 1975, in Rostock. 1985 siedelte er nach Rangsdorf bei Berlin über, wo er noch immer ansässig ist. Von 1993 bis 1999 wirkte der Künstler als Lehrer für Malerei an der Hochschule für Kunst und Design (Burg Giebichenstein) in Halle. In seinem brandenburgischen Refugium malte Ronald Paris in den letzten Jahren vor allem formal ausgereifte, wirklichkeitsgesättigte Ölgemälde und Gouachen mit deutschen, europäischen und auch indischen Landschaften.
Werke von Ronald Paris befinden sich in der Nationalgalerie Berlin, im Staatlichen Museum Schwerin, im Museum der Bildenden Künste Leipzig, in der Kunstsammlung Neubrandenburg, in der Kunsthalle Rostock, im Angermuseum Erfurt, in der Galerie Neue Meister Dresden, im Museum Junge Kunst Frankfurt/Oder, in den Brandenburgischen Kunstsammlungen Cottbus und im Schlossmuseum Sondershausen sowie in zahlreichen Privatsammlungen.
Fette Osterfeuer in der Musikstadt
Nachdem in den vergangenen Tagen schon wieder (zu) viel in einigen Gärten verbrannt und so die Luft ziemlich oft “verpestet” wurde, stehen jetzt zum Osterfest wieder die beliebten Osterfeuer-Treffs in der Musikstadt Sondershausen an.
Vereine, die freiwilligen Feuerwehren und Privatpersonen haben bereits einige ansehnliche Osterfeuerhaufen vorbereitet. Durch die Eingemeindungen einiger Ortschaften in jüngster Zeit sind in den neuen Sondershäuser Ortsteilen nun auch lokale Feuer dieses Brauchtums dazugekommen. Die Stadtverwaltung hat wieder einige offizielle Osterfeuer genehmigt.
Das größte Osterfeuer dürfte wohl wieder am Ostersonntag in Stockhausen im Bereich Marienhall nahe des Teiches an der “Stillen Liebe” abgebrannt werden. Dort wird auch wieder für Musik und die gastronomische Versorgung gesorgt. Am Ostersonntag brennen zudem auch noch Osterfeuer in den Stadtteilen Bebra - nämlich am Totenberg - und Jechaburg (im Bereich des alten Sportplatzes).
Bereits am Ostersamstag, also am 22. März, sollen weitere Osterfeuer in Jecha unterhalb des Kohlberges, auf dem Possen, im Östertal nahe der Straße des Friedens und des ehemaligen Lidl-Parkplatzes sowie in Berka gegenüber der Festwiese entzündet werden. Osterfeuer gibt es an dem Sonnabend auch in Oberspier, Großfurra, Schernberg, Großberndten, Kleinberndten, in Immenrode oder in Himmelsberg.
Angesichts des gerade wieder eingesetzten Schneetreibens sollten die Veranstalter wohl noch reichlich Glühwein ordern, damit die geselligen “Osterhasen” am Ende nicht erfrieren…
16. Internationaler Meisterkurs für Violoncello und Kammermusik
Die Erfolgsgeschichte der Sondershäuser Meisterkurse wird fortgeschrieben: Nach dem Jubiläum im vergangenen Jahr startet Prof. Klauf Storck mit seiner rechten Hand Yasuko Ogata und den Dozentinnen Aya Ishihara und Masayo Hosomi am 22. März mit dem 16. Internationalen Meisterkurs. Bis zum 29. März werden Teilnehmer aus Taiwan, Deutschland, Japan und Polen dann in der Landesmusikakademie Sondershausen und den Räumen der Musikschule “Carl Schroeder” - die Kreismusikschule “Carl Schroeder” feiert übrigens Anfang April mit einer Festwoche das 125-jährige Bestehen - arbeiten und ihr Können in öffentlichen Konzerten unter Beweis stellen.
Die Landesmusikakademie dankt besonders den Förderern, den Sponsoren, denn die Sondershäuser haben auch in diesem Jahr wieder bewiesen, wie wichtig ihnen der jährliche Meisterkurs ist. Ob Nachfragen von Privatpersonen, ob sie wieder einen Meisterschüler bei sich aufnehmen können, Angebote, die Übernachtung eines Meisterschülers zu finanzieren oder das jährliche Stipendium des Rotary-Clubs - all das unterstreicht das rege Interesse an den jungen Besuchern und Musiktalenten aus aller Welt.
Als öffentliche Konzerte sind angesagt:
Das Dozentenkonzert am Samstag, 22. März 2008, 19.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 8 €.
Ein Teilnehmerkonzert am Mittwoch, 26. März 2008, 19.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 6 €
Abschlusskonzert am Samstag, 29. März 2008, 17.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 8 €
17. März 2008
Matthäus Passion und ein ungewöhnliche Anteilnahme
Es war ein trauriger Anlass und ein bewegender Abschied. Hunderte junge Menschen nahmen Anteil am Tod eines Menschen, der im Alter von 24 Jahren aus ihrer Mitte gerissen wurde: Matthäus. Der war zu Lebzeiten oft Mittelpunkt in ihrer Clique gewesen, wurde in der Trauerrede erinnert. Jedenfalls erlebte die Musikstadt eine merkwürdige Form der Solidarität, eine außergewöhnliche Anteilnahme. Matthäus war wenige Tage zuvor gestorben - unter noch nicht geklärten Umständen, denn am Vorabend seines Todes war der 24-Jährige noch in eine kleine Schlägerei in Stocksen verwickelt gewesen, wo die junge Generation der Musikstadt ihre meisten Musikevents erlebt und ihre Parties feiert…
In der kleinen Stadt im Kyffhäuserkreis wurde und wird in diesen Tagen viel spekuliert und getuschelt. was denn da wirklich passiert sei? Warum diese ungewöhnliche Anteilnahme - Autocorso durch die Musikstadt, die riesige Anteilnahme und immer wieder Fragen nach dem Warum. Die örtliche Tageszeitung stellt sogar eine Bildergalerie mit mehr als 100 Fotos von der Trauerfeier und der Beerdigung ins Web. Anteilnahme auch per Mouse-Click? Da scheiden sich die Geister. Denn die Beerdigung war keine Show-Veranstaltung, keine Inszenierung. das war gelebte Anteilnahme, Solidarität, vielleicht auch die kollektive Verarbeitung eines Schocks. Im Internet gibt es auch ein Party-Forum, wo sich hunderte vor allem junger Menschen im Web tummeln, austauschen, posten, wo es was zu feiern oder zu beklagen gibt. Wo man sich über automobile Pferdestärken und die Musikszene auslässt. Dort ist der Tod des 24-Jährigen aber kein Thema, oder wurde diese “Matthäus-Passion” von den Administratoren gestoppt und gestrichen? Auch das wirft Fragen auf.
Matthäus soll in der jungen Szene, in der “Clique”, wie die Tageszeitung berichtet, recht beliebt gewesen sein. Lebenslustig, kein Kind von Traurigkeit, Leidenschaft für schnelle Autos, eine Stütze in der Familie und der Mittelpunkt in der Clique. Junge Menschen nehmen auf ihre Art Abschied, wenn es denn sein muss. Riesige Anteilnahme auf dem Friedhof, Trauerkonvoi durch die Musikstadt. Die Erinnerungen bleiben. Auch einige offene Fragen…

