Musikstadt (music-town-blog)

31. Mai 2008

Ostdeutschlands Rocklady Petra Zieger heute beim Residenzfest

HITPARADE UNTERWEGS: Bekannte Interpreten der deutschen Musikszene geben sich heute beim Sondershäuser Residenzfest ein Stelldichein. Wie mir Werner Dieste, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen in Erfurt, gestern beim Landespresseball im Kaisersaal der Landeshauptstadt verraten hat, ist das in diesem Jahr das einzige MDR-Event von “Hitparade unterwegs”. Mit dabei sind Gilbert, Olaf Berger, Allessa, Jens Bogner, Uta Bresan, Christian Lais und - Ostdeutschlands Rocklady Petra Zieger!

Heute mittag habe ich noch mit Petra Zieger telefoniert. Das vorstehende Bild zeigt die aus Erfurt stammende Rocklady mit mir gemeinsam beim großen “Traumzeit”-Event der Zeitungsgruppe Thüringen im vergangenen Herbst in der Erfurter Messehalle. Seit einigen Jahren macht Petra nämlich bei der Traumzeit mit ihrem bekannten Titel aus DDR-Zeiten “Traumzeit angesagt” traditionell das Opening. Und seit einigen Jahren kenne ich Petra und ihren Mann Peter Taudte auch ganz persönlich, freue mich deshalb heute auf das Wiedersehen mit den beiden auf dem Sondershäuser Marktplatz.

Heute mittag habe ich sie noch auf einen Kaffee zu mir nach Hause eingeladen, aber daraus wird wohl nicht, denn Petra und Peter besuchen heute noch ihre Verwandtschaft in Erfurt und Weimar. Soundcheck soll dann gegen 19 Uhr sein, da bleibt wohl wenig Zeit zwischendurch. Wir werden dann heute abend gemütlich ein Glas Wein genießen, denn Petra Zieger wird erst spät auf die Bühne kommen und dann das Publikum der Musikstadt richtig rocken…

Hoffentlich hält das Wetter. Heute mittag konnte ich noch locker eine schöne Cabrio-Runde durch die Musikstadt “drehen”, aber dann zogen Wolken auf. Es “riecht” nach bevorstehendem Wolkenbruch und Gewitter. Aber vielleicht haben wir ja Glück. Vielleicht einige Dinge über die ostdeutsche Rocklady zur Erinnerung:

Schon 1981 geann Petra Zieger in Dresden den 2. Preis beim “Goldenen Ratshausmann”, hatte ein Jahr später ihren ersten Fernsehauftritt mit Band und ihrem Hit “Schmusen auf dem Flur”. 1984 war dann ein ganz starkes Jahr in der damals noch jungen Karriere. In Bratislava wurde Petra Grand Prix-Siegerin bei der “Goldenen Lyra” mit dem Hit “Der Himmel schweigt”. Im gleichen Jahr brachte sie aber auch noch die Top-Hits “Traumzeit” und “Superfrau” auf den Markt.

Es folgten dann weitere Erfolge, etwa der Grand Prix in Bregenz. Und es erschienen tolle Hits wie “Das Eis taut”, “Übermut”, “Emotions”, “Zu jung” oder “Fünf Minuten bleiben uns”. Es kam die Wende - und 1990 war Petra Zieger bbeim Freedom-Festival zum amerikanischen Nationalfeiertag und zum Geburtstag von Philadelphia dabei, sang vor sage und schreibe einer halben Million Menschen - ein Wahnsinn…

In den neunziger Jahren und anfangs des neuen Jahrhudnerts kamen dann neue Titel heraus, war die Rocklady immer wieder bei verschiedenen Events und auch im Fernsehen bzw. im Hörfunk präsent. 2006 brachte sie mit ihrem Mann Peter ein eigenes Label heraus und 2007 erschien das jüngste Album “Nimm mich”. Davon wird sie ganz sicher heute abend einige Titel singen - neben ihren altbekannten Hits aus DDR-Zeiten. Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Marktplatz der Musikstadt….

28. Mai 2008

La Cenerentola will die Musikstadt erobern


In der Musikstadt Sondershausen haben jetzt die Proben für die dritten Schlossfestspiele begonnen, die vom 11. Juli bis zum 26. Juli 2008 im schönen Ambiente des Schlosshofes aufgeführt werden. Inszeniert wird in diesem Jahr die märchenhafte Oper “La Cenerentola” (”Aschenbrödel”) von Gioacchino Rossini. Auch im dritten Jahr des sehr beliebten Sommerereignisses setzen die Stadt als Gastgeber und das Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen als Veranstalter auf hochkarätige Nachwuchstalente, überwiegend Absolventen deutschsprachiger Musikhochschulen. Mehr als 200 Bewerbungen gab es für die einfach zu besetzenden sieben Partien. Mehr als siebzig junge Künstler mussten sich persönlich beim Vorsingen vorstellen. Nun ist die Auslese in der Musikstadt gegenwärtig, hat in dieser Woche die Probenarbeit aufgenommen.

Karita Jungar (Bild) etwa hat am ersten Probentag vorsorglich die Schuhe probiert, denn die junge Künstlerin aus Basel (Schweiz) wird die Rolle der Angelina, des “Aschenbrödels”, verkörpern und interpretieren. Unter der Regie von Holger Pototzki und der musikalischen Leitung von Frank Obermair werden die “gecasteten” Talente - eigentlich mag man im Theater Sondershausen / Loh-Orchester Sondershausen den Begriff “Casting” nicht so heftig, obwohl er natürlich auf “Neu-Deutsch” das Auswahlverfahren auch beschreibt und keineswegs abwertet - nun bis zur Premiere eifrig die komplette Opernproduktion erarbeiten. Es wird wohl ein hartes Stück Arbeit, denn wie Intendant Lars Tietje zu Beginn der Probenarbeit einräumte, ist die Rossini-Oper für die jungen Künstler eine mutige Herausforderung. Sehr schöne und flexible Stimmen seien nötig, um das “Aschenbrödel” überzeugend auf die Bühne zu bringen.

Von den sieben Sängerinnen und Sängern sind nach meinem Wissensstand keine aus Thüringen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, etwa aus Finnland und der Schweiz, aber auch aus Berlin, München oder Frankfurt, zumindest, was ihre Musikhochschul-Heimat betrifft. Kost und Logis haben diese Nachwuchskünstler bis zum Ende der Festspiele in Sondershausen frei, sind in einem Gästehaus der Musikstadt untergebracht, bekommen lediglich ein “Taschengeld”, können sich neben der Opernproduktion aber in Workshops auf ihre weitere Bühnenkarriere vorbereiten und ansonsten den Aufenthalt in der Musikstadt genießen.

Hier zur Besetzung und zu den Verantwortlichkeiten des Festspielensembles. Frank Olle ist für die Bühne zuständig, Elisabeth Stolze-Bley für die Kostüme. Anne-Kristin Schmidt obliegt die Organisationsleitung, außerdem sind mit “im Boot”: Johannes Merkle (Korrepetition / musikalische Assistenz), Christine Bossert und Anne Uthleb (Regieassistenz /Inspizienz). Und Lars Tietje ist als Intendant des veranstaltenden Theaters Nordhausen / Loh-Orchesters Sondershausen ohnehin in der Gesamtverantwortung..

Nicht zu vergessen aber die Nachwuchstalente, die nun ihre Partien einstudieren müssen und dann ab Mitte Juli hoffentlich im Schlosshof begeistern: Karol Cieplucha (Don Ramiro, Prinz von Salerno - im Bild oben wird er gerade vermessen), Robert Christian Merwald (als Diener Dandini), Armin Friedman (Baron Don Magnifico), Sandra Spiess (Clorinda), Katharina Heiligtag (Tisbe), Sebastian Campione (Alidoro, Philosoph und Lehrer des Prinzen) sowie Karita Jungar als Stieftochter Angelina und somit als “Aschenbrödel”..

Im schönen Ambiente des Sondershäuser Schlosshofes werden die Open-Air-Aufführungen der Rossini-Oper ab 11. Juli 2008 zu sehen und zu hören sein.

Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer und Intendant Lars Tietje begrüßten zum Probenauftakt das Festspielensemble, das sich nun finden muss, profilieren soll. Schließlich gilt es in Sondershausen, an eine langjährige Musiktradition anzuknüpfen. Gleich an diesem Wochenende können übrigens die Sängerinnen und Sänger die Nordthüringer Kreisstadt mit der Musik- und Bergbautradition etwas von der angenehmen Seite näher kennenlernen, ohne sich dabei schon selbst profilieren zu müssen - vom 30. Mai bis zum 1. Juni wird in Sondershausen das Residenzfest gefeiert. Es ist das siebte, sieben Nachwuchstalente bereits sich auf ihre Partien im “Aschenbrödel” vor und die Sieben ist eine Glückszahl, wenn das nicht günstige Aussichten sind…..

17. Mai 2008

Haste Töne: Musikstadt pfeift die Nazis raus!

Sondershausen hat heute ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. “Pfeift die Nazis aus der Stadt” hatte die Lokalausgabe der TA plakativ auf der Titelseite die Botschaft signalisiert und viele Bürger der Region, aber auch Intitiativen, Organisationen, Parteien und Kirchengruppen beteiligten sich an einer doch beachtlichen Gegendemonstration gegen ein Thüringentreffen der NDP-Jugend. Die Rechtsextremen hatte man erfreulicherweise auf ein Areal ins Gewerbegebiet Schachtstraße verbannt, so dass das als Familienfest “getarnte” Treffen quasi vor der Stadt und abseits der Öffentlichkeit stattfand. Die Gegendemonstration in der Stadt brachte immerhin mehrere hundert Menschen auf die Straße, deutlich mehr als der Haufen der Rechtsextremen. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei sorgte souverän dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam.

Schon im Vorfeld des Wochenendes hatten sich viele bekannte Bürger aus dem Kyffhäuserkreis in der Lokalzeitung der Musikstadt mit Nachdruck gegen den Rechtsextremismus ausgesprochen, dort bekennend Flagge gezeigt. Und ganz persönlich ihre Meinungen gesagt, welchen Schaden Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für die Gesellschaft, die Kultur, die Wirtschaft und die Demokratie anrichten können. Diese Bekenntnisse waren wohl auch nötig, damit viele Bürger einfach aufwachen und begreifen, welcher gefährliche und menschenverachtende Unsinn da von den Rechten so kleckerweise über das Land schwappt…

Zwar hätten es am Ende beim Demonstrationszug gegen Rechts zwischen Elisabethplatz und dem Pfarrplatz an der Trinitatiskirche doch noch deutlich mehr Bürger sein können, doch das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Vertreter der demokratischen Parteien und Wählervereinigungen, der Gewerkschaften, der Kirchen, des Bündnisses gegen Rechts sowie linksautonome Gruppen, die sich aber friedlich verhielten, sorgten mit ihren Trillerpfeifen für ein gellendes Pfeifkonzert während des Marsches und der Abschlusskundgebung.

Bei der Kundgebung an der Trinitatiskirche wurde dann mehrere Reden gehalten und es gab Musik. Viele aufrechte Bürger waren an diesem Tag stolz auf die Musikstadt, dass hier ein so lautstarkes und deutliches Signal gegen Rechts gesetzt wurde. Zum Auftakt hatte es schon am Vormittag in der Trinitatiskirche ein Andacht gegeben. Am Nachmittag gab es zudem auf dem Marktplatz ein buntes Familienfest mit Musik.

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