“Unklar” war der Support beim Open Air mit “City” im Schloss Sondershausen, denn so hieß die gut aufgelegte Vorband, die für eine ausgezeichnete Einstimmung in die Rocknacht unter freiem Himmel sorgte. Unklar war aber auch der Auftritt von “City” nur wenige Tage vor dem angekündigten Ereignis gewesen, denn “City”-Gitarrist Fritz Puppel hatte sich an der Hand so schwer verletzt, dass er nicht spielen konnte. Doch “City” ohne Gitarrensoli geht ja wohl nicht. Doch Toni Krahl und seine Mannen wussten sich zu helfen, riefen bei “Keimzeit” an. Fazit: Das Sommer-Open-Air im Schloss konnte steigen – alles klar mit “Unklar”, etwas “Keimzeit” und “City”. “Let’s rock”…
Da hatte “City”-Frontmann Toni Krahl schon etwas Glück, dass “Keimzeit” gerade eine kreative Pause macht, viel im Studio arbeitet. Und es laufen dort auch einige Solo-Aktivitäten und die Vorbereitung auf die nächste Tour für 2009. So konnte “Keimzeit”-Gitarrist Rudi Feuerbach ausgeliehen werden. Man hört und staunte – der Junge spielte einen so exzellenten “City-Stiefel”, als hätte er nie mit anderem Repertoire seine Gitarre “gequält”. Wobei “Quälen” vielleicht der falsche Ausdruck ist, geht es doch um musikalischen “Ohrenschmaus”.
In der TLZ wird heute ausführlich über “City” im Schloss berichtet, auch im TLZ-Backstage-Blog. Im nostalgisch-schönen Ambiente des Sondershäuser Schlosshofes erlebten ältere Semester und die jüngeren Besucher eine generationen-übergreifende Ostrockrock-Zeitreise der Extraklasse. . Hunderte Fans, vor allem jene “gesetzteren” Jahrgänge, die mit “City” in 36 Bühnenjahren älter, aber im Rocker-Herzen jung geblieben sind, ließen sich vom “Meister aller Klassen” in einer mitreißenden Spiellaune und einer tollen Bühnenshow begeistern. Und die Ostrock-Fans waren sich einmal mehr einig: die Mannen von “City” sind in den besten Jahren und – wie ein guter Tropfen – im Laufe der Jahre immer besser.
“Wen die Götter lieben”: Die neueren Titel des aktuellen “City”-Albums “Yeah! Yeah! Yeah!” oder die alten Kulthits aus DDR-Zeiten – egal, das waren und sind noch heute immer Songs, die bewegen, die Stimmungen, Gefühle, Botschaften transportieren. Respektvoll und sensibel die musikalische Erinnerung an Tamara Danz, die introvertierte Selbstfindung des lyrischen Songs “Vater glaubte”, die Reflexion mit “Berlin” oder “Amerika”, dann so nachdenkliche Töne wie “Im Alter weise”. Zwischendurch “Noch’n Bier” und schließlich Kultsongs wie “Der King vom Prenzlauer Berg”, “Casablanca” , “Flieg ich durch die Welt” und die Hitlegende “Am Fenster”. Die Begeisterung im Schloss war entsprechend.
Ob Drummer Klaus Selmke nun auch wirklich Geburtstag hatte? Toni Krahl ließ ihm jedenfalls vom Publikum eine entsprechendes Ständchen zukommen. Aber das soll auch so bei anderen Auftritten und anderen Tagen schon passiert sein. Vielleicht war es ja nur ein Stimmungs-Gag. Selmke soll ja auch familiäre Wurzeln nach Sondershausen haben – denn seine Frau soll wohl aus der Musikstadt kommen. Na dann werden die “City-Rocker” ja wohl ihre Zusage wahr machen, dass sie gerne wieder kommen. Veranstalter Atze Schirm ist jedenfalls zu beglückwünschen – “City” im Schloss, das war ein Musikerlebnis der Extraklasse…



Nachtrag: Am 23. August spielt “City” in Waltershausen gemeinsam mit “Karat” und den “Rattles”.
Ort: Gleisdreieck Waltershausen Beginn 18 Uhr
Kommentar von luckysultan — 23. August 2008 @ 2:11 |