Musikstadt (music-town-blog)

17. Mai 2008

Haste Töne: Musikstadt pfeift die Nazis raus!

Sondershausen hat heute ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. “Pfeift die Nazis aus der Stadt” hatte die Lokalausgabe der TA plakativ auf der Titelseite die Botschaft signalisiert und viele Bürger der Region, aber auch Intitiativen, Organisationen, Parteien und Kirchengruppen beteiligten sich an einer doch beachtlichen Gegendemonstration gegen ein Thüringentreffen der NDP-Jugend. Die Rechtsextremen hatte man erfreulicherweise auf ein Areal ins Gewerbegebiet Schachtstraße verbannt, so dass das als Familienfest “getarnte” Treffen quasi vor der Stadt und abseits der Öffentlichkeit stattfand. Die Gegendemonstration in der Stadt brachte immerhin mehrere hundert Menschen auf die Straße, deutlich mehr als der Haufen der Rechtsextremen. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei sorgte souverän dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam.

Schon im Vorfeld des Wochenendes hatten sich viele bekannte Bürger aus dem Kyffhäuserkreis in der Lokalzeitung der Musikstadt mit Nachdruck gegen den Rechtsextremismus ausgesprochen, dort bekennend Flagge gezeigt. Und ganz persönlich ihre Meinungen gesagt, welchen Schaden Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für die Gesellschaft, die Kultur, die Wirtschaft und die Demokratie anrichten können. Diese Bekenntnisse waren wohl auch nötig, damit viele Bürger einfach aufwachen und begreifen, welcher gefährliche und menschenverachtende Unsinn da von den Rechten so kleckerweise über das Land schwappt…

Zwar hätten es am Ende beim Demonstrationszug gegen Rechts zwischen Elisabethplatz und dem Pfarrplatz an der Trinitatiskirche doch noch deutlich mehr Bürger sein können, doch das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Vertreter der demokratischen Parteien und Wählervereinigungen, der Gewerkschaften, der Kirchen, des Bündnisses gegen Rechts sowie linksautonome Gruppen, die sich aber friedlich verhielten, sorgten mit ihren Trillerpfeifen für ein gellendes Pfeifkonzert während des Marsches und der Abschlusskundgebung.

Bei der Kundgebung an der Trinitatiskirche wurde dann mehrere Reden gehalten und es gab Musik. Viele aufrechte Bürger waren an diesem Tag stolz auf die Musikstadt, dass hier ein so lautstarkes und deutliches Signal gegen Rechts gesetzt wurde. Zum Auftakt hatte es schon am Vormittag in der Trinitatiskirche ein Andacht gegeben. Am Nachmittag gab es zudem auf dem Marktplatz ein buntes Familienfest mit Musik.

6. April 2008

13. Sondershäuser Kneipennacht…

Ob nun latino-mäßig wie mit “Tres Gitanos” (Bild) im Bowling- & Kegelcentrum Sondershausen mehr rockig, bluesig oder einfach gut-gelaunt: die 13. Sondershäuser Kneipennacht war ein Angebot, das reichlich genutzt wurde. Auch wenn es schon Kneipennächte gab, bei denen mehr los war. Doch es gibt ja nicht so viele Ereignisse in der Musikstadt, die eine Menge Leute auf die Feiermeile treibt. Der kostenlose Busshuttle wurde jedenfalls eifrig genutzt.

Größter Anziehungspunkt war wie immer das Klubhaus Stock’sen, wo bis in die frühen Morgenstunden die Coverrock-Formation “Hella Donna” das Publikum rockte (Bild). Bei der Band aus Plauen ging richtig gut die Post ab.

Das Zentrum des Kneipennacht war die Stadtmitte. Im griechischen Restaurant Syrtakiam Markt servierte “Musica Athena” griechische Folklore. Auch Bürgermeister Joachim Kreyer und seine Frau (Bild) ließen sich dort nach der Eröffnung der Ronald Paris-Ausstellung im Marstall gesellig und gut gelaunt einstimmen. Viele wärmten sic h auch mit einem oder gleich mehreren Ouzos im Syrtaki auf.

In der Posthalterei Hartlep ließen es die “Sticky Fingers” (Bild) kräftig krachen. Rock und Pop gab es dort von den Musikern auf die Ohren der Zuhörer und Kneipengänger ganz unterschiedlichen Alters. Vor allem Blues-Töne und Improvisationen wurden im “Erbprinzen” von “Wolle & Friends” angestimmt, aber auch “Los Scarlett’os” stießen im “Ratskeller” auf ein zufriedenes Publikum. Die Lady-Rocker hatten ja auch einen respektablen Sound. Alles in allem eine doch recht passable Kneipennacht, bei der sogar das Wetter einigermaßen mitspielte, jedenfalls setze der Regen erst im Laufe der Nacht ein…

31. März 2008

Eine gute Botschaft aus Kinderhand…

In Zeiten, in denen sich Menschen beschimpfen und verachten, in denen zu viel Hass regiert oder verbreitet wird, sollte man sich vielleicht auf diese Botschaft aus Kinderhand besinnen….

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Eine Wandzeichnung in unserer Musikstadt! Eine, auf die man stolz sein darf!

19. März 2008

Fette Osterfeuer in der Musikstadt

Nachdem in den vergangenen Tagen schon wieder (zu) viel in einigen Gärten verbrannt und so die Luft ziemlich oft “verpestet” wurde, stehen jetzt zum Osterfest wieder die beliebten Osterfeuer-Treffs in der Musikstadt Sondershausen an.

Vereine, die freiwilligen Feuerwehren und Privatpersonen haben bereits einige ansehnliche Osterfeuerhaufen vorbereitet. Durch die Eingemeindungen einiger Ortschaften in jüngster Zeit sind in den neuen Sondershäuser Ortsteilen nun auch lokale Feuer dieses Brauchtums dazugekommen. Die Stadtverwaltung hat wieder einige offizielle Osterfeuer genehmigt.

Das größte Osterfeuer dürfte wohl wieder am Ostersonntag in Stockhausen im Bereich Marienhall nahe des Teiches an der “Stillen Liebe” abgebrannt werden. Dort wird auch wieder für Musik und die gastronomische Versorgung gesorgt. Am Ostersonntag brennen zudem auch noch Osterfeuer in den Stadtteilen Bebra - nämlich am Totenberg - und Jechaburg (im Bereich des alten Sportplatzes).

Bereits am Ostersamstag, also am 22. März, sollen weitere Osterfeuer in Jecha unterhalb des Kohlberges, auf dem Possen, im Östertal nahe der Straße des Friedens und des ehemaligen Lidl-Parkplatzes sowie in Berka gegenüber der Festwiese entzündet werden. Osterfeuer gibt es an dem Sonnabend auch in Oberspier,  Großfurra, Schernberg, Großberndten, Kleinberndten, in Immenrode oder in Himmelsberg.

Angesichts des gerade wieder eingesetzten Schneetreibens sollten die Veranstalter wohl noch reichlich Glühwein ordern, damit die geselligen “Osterhasen” am Ende nicht erfrieren…

17. März 2008

Matthäus Passion und ein ungewöhnliche Anteilnahme

Es war ein trauriger Anlass und ein bewegender Abschied. Hunderte junge Menschen nahmen Anteil am Tod eines Menschen, der im Alter von 24 Jahren aus ihrer Mitte gerissen wurde: Matthäus. Der war zu Lebzeiten oft Mittelpunkt in ihrer Clique gewesen, wurde in der Trauerrede erinnert. Jedenfalls erlebte die Musikstadt eine merkwürdige Form der Solidarität, eine außergewöhnliche Anteilnahme. Matthäus war wenige Tage zuvor gestorben - unter noch nicht geklärten Umständen, denn am Vorabend seines Todes war der 24-Jährige noch in eine kleine Schlägerei in Stocksen verwickelt gewesen, wo die junge Generation der Musikstadt ihre meisten Musikevents erlebt und ihre Parties feiert…

In der kleinen Stadt im Kyffhäuserkreis wurde und wird in diesen Tagen viel spekuliert und getuschelt. was denn da wirklich passiert sei? Warum diese ungewöhnliche Anteilnahme - Autocorso durch die Musikstadt, die riesige Anteilnahme und immer wieder Fragen nach dem Warum. Die örtliche Tageszeitung stellt sogar eine Bildergalerie mit mehr als 100 Fotos von der Trauerfeier und der Beerdigung ins Web. Anteilnahme auch per Mouse-Click? Da scheiden sich die Geister. Denn die Beerdigung war keine Show-Veranstaltung, keine Inszenierung. das war gelebte Anteilnahme, Solidarität, vielleicht auch die kollektive Verarbeitung eines Schocks. Im Internet gibt es auch ein Party-Forum, wo sich hunderte vor allem junger Menschen im Web tummeln, austauschen, posten, wo es was zu feiern oder zu beklagen gibt. Wo man sich über automobile Pferdestärken und die Musikszene auslässt. Dort ist der Tod des 24-Jährigen aber kein Thema, oder wurde diese “Matthäus-Passion” von den Administratoren gestoppt und gestrichen? Auch das wirft Fragen auf.

Matthäus soll in der jungen Szene, in der “Clique”, wie die Tageszeitung berichtet, recht beliebt gewesen sein. Lebenslustig, kein Kind von Traurigkeit, Leidenschaft für schnelle Autos, eine Stütze in der Familie und der Mittelpunkt in der Clique. Junge Menschen nehmen auf ihre Art Abschied, wenn es denn sein muss. Riesige Anteilnahme auf dem Friedhof, Trauerkonvoi durch die Musikstadt. Die Erinnerungen bleiben. Auch einige offene Fragen…

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