Musikstadt (music-town-blog)

14. Juli 2008

Feinkost im Schloss - aber die Geschmäcker sind halt verschieden…

Rossini-Renaissance in der Musikstadt: Die 3. Schlossfestspiele Sondershausen feierten Premiere. Mit “La Cenerentola” hat sich das Festspielensemble unter der Obhut des Theaters Nordhausen und des Lohorchesters eine nicht gerade leichte Inszenierung auf die Schultern gepackt. Denn die Märchenoper fordert eigentlich den Interpreten mitunter gewaltige geradezu artistisch-gesangliche Interpretationen ab, für die bei den Schlossfestspielen Sondershausen zum Einsatz kommenden Nachwuchstalente nicht gerade ein leichte Aufgabe…

Es liegt in der Natur der Sache, dass bei solchen Ereignissen die Kritiker nicht einer Meinung sind. Weil die jeweiligen Blickwinkel doch verschiedenen sind. Für meine TLZ habe ich einen unterm Strich doch recht positiven Bericht über die Premiere geschrieben, obwohl es durchaus auch Dinge gab, um mehr oder weniger heftig zu kritisieren. das “Fallbeil” des Kritikers musste ich nicht herausholen, denn es war alles in allem eine recht gefällige Inszenierung, die auch überwiegend dem Publikum gefiel. Und bei den Interpreten handelt es sich um Nachwuchstalente, zudem ist eine Open-Air-Veranstaltung immer unter den normalen Unzulänglichkeiten “unter freiem Himmel” zu betrachten…

Vielleicht einfach hier meine zusammenfassende Bewertung (So habe ich sinngemäß in der TLZ geschrieben, alllerdings ist die Zeitungsfassung kürzer):

Das Feuerwerk über der nächtlichen Schlosskulisse am Ende der Aschenbrödel-Premiere hatte Symbolcharakter: Ein Feuerwerk der Gefühle war vom Ensemble der 3. Schlossfestspiele Sondershausen mit der Premiere von Rossinis Märchenoper “La Cenerentola” glanzvoll und stimmungsgeladen in Szene gesetzt und ausdrucksstark interpretiert worden. Das Festspielensemble und das Loh-Orchester unter Leitung von Frank Obermair servierten im schmucken Ambiente des Schlosshofes der Residenzstadt musikalische Feinkost aus der italienischen Belcanto-Küche. Die Geschichte von dem tugendhaften Aschenbrödel, das aus dem derben Küchenalltag heraus seinen Prinzen bekommt und als Heldin aus der Asche in den fürstlichen Glanz aufsteigt, war das Rezept, welches das Premierenpublikum mit Begeisterung und anhaltendem Applaus quittierte.

Die Rossini-Renaissance liegt im Trend. Und die Inszenierung von Holger Pototzki, aktuell Operndirektor am Theater Magdeburg, mit überzeugenden internationalen Interpreten, durchweg hochkarätige Nachwuchstalente, vor der märchenhaften Schlosskulisse gelang. Gelungen waren die grotesk überzogenen Gegensätze zwischen dem auf großem Fuße lebenden Adel und dem kleinbürgerlichen Schattendasein bei eher minimalistischer Bühnenausstattung (Frank Olle) herausgearbeitet. In diesem Spannungsfeld brachte das Loh-Orchester Sondershausen die Musik Gioacchino Rossinis leicht und spritzig rüber. Die Höflinge - Männerstimmen des Theaters Nordhausen, unterstützt von ausgesuchten Laiensängern aus Sondershausen, - folgtem dem turbulenten Treiben am Hofe recht souverän.

Die musikalische Herausforderung, in einer manchmal fast artistischen gesanglichen Interpretation Gefühle und dramatisch wie komische Zuspitzungen auszudrücken, gelang den jungen Solisten doch schon sehr überzeugend. Überragend für mich - in der Maßstäblichkleit - die Mezzosopranistin Karita Jungar als “Aschenputtel”Angelina und nicht minder überzeugend der Tenor Karol Cieplucha in der Prinzenrolle des Don Ramiro. Amit Friedman (Bass) gefiel in der tolpatschigen Rolle des schuld(en)beladenen Hausherrn Don Magnifico. Sandra Spiess (Sopran) und Katharina Heiligtag (Mezzosopran) brachten ihre Rollen als nervig-gackernde und rivalisierende Töchter Clorinda und Tisbe in guter Buffa-Manier, und auch die Bassisten Sebastian Campione (Alidoro) und Robert Christian Merwald (Kammerdiener Dandini) gefielen mit ihren Interpretationen. Einfach schön und flexibel bedienten die Solisten die Koloraturen, machten einige Arien, Duette und Terzette aus der Rossini-Küche zur musikalischen Feinkost.

Das Crescendo drohenden Gewitters blieb dem Premierenpublikum erspart - die Crescendi Rossinis und die des finalen Feuerwerks wurden genossen und lohnendem Beifall quittiert. Zugeggeben, die Technik hätte noch besser sein können, das Wetter sowieso. Die Leistung des Ensembles fand ich “unterm Strich” respektabel. Das Publikum war ohnehin überwiegend sehr zufrieden, ja sogar begeistert. Wahrscheinlich wird es Kritiker geben, die mit der Gesamtleistung nicht so zufrieden sind, weil sie die Messlatte der eher großen Häuser und der erfahrenen Interpreten anlegen. Ich werde eine solche allzu strenge Bewertung nicht teilen, weil diese am Ende derartige Projekte wie die Schlossfestspiele Sondershausen kaputt macht. Wer unterhaltende Kultur in der Region erhalten möchte, der darf sie nämlich im Kern nicht verbal “platt-machen” und eben nicht seine eigenen Eitelkeiten befriedigen.

Deshalb bleibe ich dabei: Im Schloss Sondershausen wird bei den Schlossfestspielen auch 2008 musikalisch italienische Feinkost geboten. Für die Musikstadt jedenfalls eine Bereicherung, ohne die die Musik- und Theaterszene Nordthüringens - verdammt dünn ausschauen würde…

Übrigens soll im nächsten Jahr die musikalische Reise der Schlossfestspiele Sondershausen fortgesetzt werden, Ralph Benatzky steht dann auf dem Programm: “Im weißen Rössl” …(Vom 3. bis 18. Juli 2009)….

2. Juni 2008

Hitparade unterwegs: Viel Gefühlvolles und fetziger Rock

Über der Musikstadt Sondershausen drohte ein anrückendes Gewitter das abendliche Unterhaltungs-Event beim 7. Residenzfest zu verhageln. Ein paar Blitze zuckten, ein kurzes Schauer - doch die zahlreich erschienenen Fans auf dem Marktplatz ließen sich nicht abschrecken. So knapp 3000 sollen es gewesen sein, berichtet heute die Lokalzeitung. Es wurde dann auch ein toller unterhaltsamer Hitparaden-Abend im Rahmen des Residenzfestes.

Beliebte Künstler gaben bei “Hitparade unterwegs” von MDR 1 Radio Thüringen musikalisch ihre Visitenkarten ab. Uta Bresan und Olaf Berger etwa. Die beiden sorgten gleich zu Beginn des Programms für viel Stimmung. Sie sind halt überaus beliebt, hatten deshalb auch in der Musikstadt ein regelrechtes Heimspiel, was die Publikumsgunst betraf. Beide Interpreten mussten aber noch am gleichen Abend weiter nach Mainz, hatten deshalb nicht allzu viel Zeit. Doch für einige ihrer Erfolgshits und ein paar Autogramme für die Fans reichte es allemal. Schön war, dass sich in Sondershausen auch Interpreten vorstellten, die man in Thüringen nicht so häufig sieht. Etwa Christian Lais, Gilbert aus Österreich, oder Allessa, die ebenfalls in der Alpenrepublik zu Hause ist.

Oder Sunnyboy Jens Bogner, der wie die anderen Künstler auch nach dem Auftritt viele Autogramme geben musste (Bild). Jens Bogner, das war zu spüren, bringt wohl ganz bewusst einen Hauch von “Howi” auf die Bühne. Der Marbacher hat ja auch vor einigen Jahren vor allem mit Titel von Howard Carpendale und Udo Jürgens seine Bühnenkarriere begonnen, inzwischen natürlich längst eigene Hits in den deutschen Charts gelandet wie etwa “Bring Lisa mit” oder seine mystische Geschichte von “Castle Green”, die er übrigens selbst geschrieben hat.
Als Italienerin wird Allessa oft fälschlicherweise gehandelt, denn die Newcomerin im Schlagergeschäft kommt tatsächlich aus Graz in Österreich. Sie hat in ihrem Heimatland schon einige Erfolge erzielt, war als Leadsängerinn mit mehreren Livebands auf Tour, etwa mit der Italo-Pop-Band “Rapublic” oder mit “Real Instinct”. Seit knapp zwei Jahren ist Allessa aber auch solo im Schlagergeschäft unterwegs,, seit dem Hernbst vergangenen Jahres gibt es auch in Deutschland ihr Debütalbum “Samstag Nacht”. Einige Songs davon, von denen sie auch welche selbst geschrieben hat, stellte sie beim Residenzfest in Sondershausen vor.

“Liebe Laster Leidenschaft” steht für Gilbert (Bild). Der gebürtige Innsbrucker, der aber seit seiner Jugend im Tiroler Ötztal zu Hause ist, wurde bei “Hitparade unterwegs” von den Fans vor allem mit seinen gefühlvollen Songs gefeiert. Während sich der sympathische Sänger, der übrigens auch staatlich geprüfter Bergführer , Ski- und Snowboardlehrer ist, damit in den Pop-Schlager-Reigen auch der anderen Hitparaden-Künstler einreihte, war es dann die gebürtige Erfurterin Petra Zieger, die mit einer ganz anderen musikalischen Gangart das Schlager-Publikum auf dem Sondershäuser Marktplatz “aufmischte”.

Und Petra Zieger (Bild) war natürlich beim Hitparaden-Ereignis des Sondershäuser Residenzfestes ein musikalisches Erlebnis. Sie war zwar die letzte Interpretin des vierstündigen Hitparaden-Programms, doch die Fans harrten aus und feierten die “Superfrau”. Diesen Titel brachte die Rocklady natürlich zu Gehör, aber auch so Kulthits wie “Traumzeit” oder “Katzen bei Nacht”. Und schließlich Songs vom jüngsten Album “Nimm mich”.

Bis sie ihren späten Auftritt hatte, nutzte Petra backstage die Gelegenheit, um mit ihrem Mann Peter Taudte hinter der Bühne einige Freunde und Bekannte zu treffen, wie etwa die Peters aus Nordhausen von der Nordthüringer Autohaus-Gruppe Peter. Petra Zieger hat ja schon 1996 einen Sponsorvertrag von Mercedes bekommen. Und mit ihrem Mercedes-Cabrio waren Petra und Peter natürlich in die Musikstadt gekommen. Allerdings erst ziemlich spät am Nachmittag. Ich hatte die beiden ja zum Kaffee zu uns nach Hause eingeladen, aber zeitlich wurde daraus dann nichts mehr. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…

Petra Zieger und Peter Taudte sowie die übrigen Musiker der Band werden ja in den nächsten Wochen noch in Thüringen live zu erleben sein. Am 13. Juni gastieren sie nämlich abends beim Rolandsfest in Nordhausen. Am 15. Juni sind sie beim Erfurter Krämerbrückenfest ab 14 Uhr zu erleben, und dann noch am 24. August auf der Erfurter ega. Diese Gastspiele sind allesamt Konzerte im Rahmen der großen Jubiläumstour. Und viele Besucher auf dem Sondershäuser Marktplatz waren sich beim Residenzfest einig - die Gastspiele von Petra Zieger und ihrer Band lassen sie sich nicht entgehen, so toll war die rockig-fetzende Stimmung…

31. Mai 2008

Ostdeutschlands Rocklady Petra Zieger heute beim Residenzfest

HITPARADE UNTERWEGS: Bekannte Interpreten der deutschen Musikszene geben sich heute beim Sondershäuser Residenzfest ein Stelldichein. Wie mir Werner Dieste, Direktor des MDR-Landesfunkhauses Thüringen in Erfurt, gestern beim Landespresseball im Kaisersaal der Landeshauptstadt verraten hat, ist das in diesem Jahr das einzige MDR-Event von “Hitparade unterwegs”. Mit dabei sind Gilbert, Olaf Berger, Allessa, Jens Bogner, Uta Bresan, Christian Lais und - Ostdeutschlands Rocklady Petra Zieger!

Heute mittag habe ich noch mit Petra Zieger telefoniert. Das vorstehende Bild zeigt die aus Erfurt stammende Rocklady mit mir gemeinsam beim großen “Traumzeit”-Event der Zeitungsgruppe Thüringen im vergangenen Herbst in der Erfurter Messehalle. Seit einigen Jahren macht Petra nämlich bei der Traumzeit mit ihrem bekannten Titel aus DDR-Zeiten “Traumzeit angesagt” traditionell das Opening. Und seit einigen Jahren kenne ich Petra und ihren Mann Peter Taudte auch ganz persönlich, freue mich deshalb heute auf das Wiedersehen mit den beiden auf dem Sondershäuser Marktplatz.

Heute mittag habe ich sie noch auf einen Kaffee zu mir nach Hause eingeladen, aber daraus wird wohl nicht, denn Petra und Peter besuchen heute noch ihre Verwandtschaft in Erfurt und Weimar. Soundcheck soll dann gegen 19 Uhr sein, da bleibt wohl wenig Zeit zwischendurch. Wir werden dann heute abend gemütlich ein Glas Wein genießen, denn Petra Zieger wird erst spät auf die Bühne kommen und dann das Publikum der Musikstadt richtig rocken…

Hoffentlich hält das Wetter. Heute mittag konnte ich noch locker eine schöne Cabrio-Runde durch die Musikstadt “drehen”, aber dann zogen Wolken auf. Es “riecht” nach bevorstehendem Wolkenbruch und Gewitter. Aber vielleicht haben wir ja Glück. Vielleicht einige Dinge über die ostdeutsche Rocklady zur Erinnerung:

Schon 1981 geann Petra Zieger in Dresden den 2. Preis beim “Goldenen Ratshausmann”, hatte ein Jahr später ihren ersten Fernsehauftritt mit Band und ihrem Hit “Schmusen auf dem Flur”. 1984 war dann ein ganz starkes Jahr in der damals noch jungen Karriere. In Bratislava wurde Petra Grand Prix-Siegerin bei der “Goldenen Lyra” mit dem Hit “Der Himmel schweigt”. Im gleichen Jahr brachte sie aber auch noch die Top-Hits “Traumzeit” und “Superfrau” auf den Markt.

Es folgten dann weitere Erfolge, etwa der Grand Prix in Bregenz. Und es erschienen tolle Hits wie “Das Eis taut”, “Übermut”, “Emotions”, “Zu jung” oder “Fünf Minuten bleiben uns”. Es kam die Wende - und 1990 war Petra Zieger bbeim Freedom-Festival zum amerikanischen Nationalfeiertag und zum Geburtstag von Philadelphia dabei, sang vor sage und schreibe einer halben Million Menschen - ein Wahnsinn…

In den neunziger Jahren und anfangs des neuen Jahrhudnerts kamen dann neue Titel heraus, war die Rocklady immer wieder bei verschiedenen Events und auch im Fernsehen bzw. im Hörfunk präsent. 2006 brachte sie mit ihrem Mann Peter ein eigenes Label heraus und 2007 erschien das jüngste Album “Nimm mich”. Davon wird sie ganz sicher heute abend einige Titel singen - neben ihren altbekannten Hits aus DDR-Zeiten. Vielleicht sehen wir uns ja auf dem Marktplatz der Musikstadt….

28. Mai 2008

La Cenerentola will die Musikstadt erobern


In der Musikstadt Sondershausen haben jetzt die Proben für die dritten Schlossfestspiele begonnen, die vom 11. Juli bis zum 26. Juli 2008 im schönen Ambiente des Schlosshofes aufgeführt werden. Inszeniert wird in diesem Jahr die märchenhafte Oper “La Cenerentola” (”Aschenbrödel”) von Gioacchino Rossini. Auch im dritten Jahr des sehr beliebten Sommerereignisses setzen die Stadt als Gastgeber und das Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen als Veranstalter auf hochkarätige Nachwuchstalente, überwiegend Absolventen deutschsprachiger Musikhochschulen. Mehr als 200 Bewerbungen gab es für die einfach zu besetzenden sieben Partien. Mehr als siebzig junge Künstler mussten sich persönlich beim Vorsingen vorstellen. Nun ist die Auslese in der Musikstadt gegenwärtig, hat in dieser Woche die Probenarbeit aufgenommen.

Karita Jungar (Bild) etwa hat am ersten Probentag vorsorglich die Schuhe probiert, denn die junge Künstlerin aus Basel (Schweiz) wird die Rolle der Angelina, des “Aschenbrödels”, verkörpern und interpretieren. Unter der Regie von Holger Pototzki und der musikalischen Leitung von Frank Obermair werden die “gecasteten” Talente - eigentlich mag man im Theater Sondershausen / Loh-Orchester Sondershausen den Begriff “Casting” nicht so heftig, obwohl er natürlich auf “Neu-Deutsch” das Auswahlverfahren auch beschreibt und keineswegs abwertet - nun bis zur Premiere eifrig die komplette Opernproduktion erarbeiten. Es wird wohl ein hartes Stück Arbeit, denn wie Intendant Lars Tietje zu Beginn der Probenarbeit einräumte, ist die Rossini-Oper für die jungen Künstler eine mutige Herausforderung. Sehr schöne und flexible Stimmen seien nötig, um das “Aschenbrödel” überzeugend auf die Bühne zu bringen.

Von den sieben Sängerinnen und Sängern sind nach meinem Wissensstand keine aus Thüringen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, etwa aus Finnland und der Schweiz, aber auch aus Berlin, München oder Frankfurt, zumindest, was ihre Musikhochschul-Heimat betrifft. Kost und Logis haben diese Nachwuchskünstler bis zum Ende der Festspiele in Sondershausen frei, sind in einem Gästehaus der Musikstadt untergebracht, bekommen lediglich ein “Taschengeld”, können sich neben der Opernproduktion aber in Workshops auf ihre weitere Bühnenkarriere vorbereiten und ansonsten den Aufenthalt in der Musikstadt genießen.

Hier zur Besetzung und zu den Verantwortlichkeiten des Festspielensembles. Frank Olle ist für die Bühne zuständig, Elisabeth Stolze-Bley für die Kostüme. Anne-Kristin Schmidt obliegt die Organisationsleitung, außerdem sind mit “im Boot”: Johannes Merkle (Korrepetition / musikalische Assistenz), Christine Bossert und Anne Uthleb (Regieassistenz /Inspizienz). Und Lars Tietje ist als Intendant des veranstaltenden Theaters Nordhausen / Loh-Orchesters Sondershausen ohnehin in der Gesamtverantwortung..

Nicht zu vergessen aber die Nachwuchstalente, die nun ihre Partien einstudieren müssen und dann ab Mitte Juli hoffentlich im Schlosshof begeistern: Karol Cieplucha (Don Ramiro, Prinz von Salerno - im Bild oben wird er gerade vermessen), Robert Christian Merwald (als Diener Dandini), Armin Friedman (Baron Don Magnifico), Sandra Spiess (Clorinda), Katharina Heiligtag (Tisbe), Sebastian Campione (Alidoro, Philosoph und Lehrer des Prinzen) sowie Karita Jungar als Stieftochter Angelina und somit als “Aschenbrödel”..

Im schönen Ambiente des Sondershäuser Schlosshofes werden die Open-Air-Aufführungen der Rossini-Oper ab 11. Juli 2008 zu sehen und zu hören sein.

Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer und Intendant Lars Tietje begrüßten zum Probenauftakt das Festspielensemble, das sich nun finden muss, profilieren soll. Schließlich gilt es in Sondershausen, an eine langjährige Musiktradition anzuknüpfen. Gleich an diesem Wochenende können übrigens die Sängerinnen und Sänger die Nordthüringer Kreisstadt mit der Musik- und Bergbautradition etwas von der angenehmen Seite näher kennenlernen, ohne sich dabei schon selbst profilieren zu müssen - vom 30. Mai bis zum 1. Juni wird in Sondershausen das Residenzfest gefeiert. Es ist das siebte, sieben Nachwuchstalente bereits sich auf ihre Partien im “Aschenbrödel” vor und die Sieben ist eine Glückszahl, wenn das nicht günstige Aussichten sind…..

17. Mai 2008

Haste Töne: Musikstadt pfeift die Nazis raus!

Sondershausen hat heute ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. “Pfeift die Nazis aus der Stadt” hatte die Lokalausgabe der TA plakativ auf der Titelseite die Botschaft signalisiert und viele Bürger der Region, aber auch Intitiativen, Organisationen, Parteien und Kirchengruppen beteiligten sich an einer doch beachtlichen Gegendemonstration gegen ein Thüringentreffen der NDP-Jugend. Die Rechtsextremen hatte man erfreulicherweise auf ein Areal ins Gewerbegebiet Schachtstraße verbannt, so dass das als Familienfest “getarnte” Treffen quasi vor der Stadt und abseits der Öffentlichkeit stattfand. Die Gegendemonstration in der Stadt brachte immerhin mehrere hundert Menschen auf die Straße, deutlich mehr als der Haufen der Rechtsextremen. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei sorgte souverän dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam.

Schon im Vorfeld des Wochenendes hatten sich viele bekannte Bürger aus dem Kyffhäuserkreis in der Lokalzeitung der Musikstadt mit Nachdruck gegen den Rechtsextremismus ausgesprochen, dort bekennend Flagge gezeigt. Und ganz persönlich ihre Meinungen gesagt, welchen Schaden Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für die Gesellschaft, die Kultur, die Wirtschaft und die Demokratie anrichten können. Diese Bekenntnisse waren wohl auch nötig, damit viele Bürger einfach aufwachen und begreifen, welcher gefährliche und menschenverachtende Unsinn da von den Rechten so kleckerweise über das Land schwappt…

Zwar hätten es am Ende beim Demonstrationszug gegen Rechts zwischen Elisabethplatz und dem Pfarrplatz an der Trinitatiskirche doch noch deutlich mehr Bürger sein können, doch das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Vertreter der demokratischen Parteien und Wählervereinigungen, der Gewerkschaften, der Kirchen, des Bündnisses gegen Rechts sowie linksautonome Gruppen, die sich aber friedlich verhielten, sorgten mit ihren Trillerpfeifen für ein gellendes Pfeifkonzert während des Marsches und der Abschlusskundgebung.

Bei der Kundgebung an der Trinitatiskirche wurde dann mehrere Reden gehalten und es gab Musik. Viele aufrechte Bürger waren an diesem Tag stolz auf die Musikstadt, dass hier ein so lautstarkes und deutliches Signal gegen Rechts gesetzt wurde. Zum Auftakt hatte es schon am Vormittag in der Trinitatiskirche ein Andacht gegeben. Am Nachmittag gab es zudem auf dem Marktplatz ein buntes Familienfest mit Musik.

14. April 2008

Rentner an die Macht…

Es ist wohl mindestens schon zwei Jahrzehnte her, dass Herbert Grönemeyer seinen Erfolgssong “Kinder an die Macht” auf den Markt brachte. Inhaltlich ist das natürlich nach wie vor eine gute Botschaft, doch an den aktuellen Schlagzeilen in der Presse und der demografischen Entwicklung kommt ja niemand vorbei. Da wird sogar Angst geschürt, was ich für überzogen und falsch halte. “Rentner an die Macht” - warum eigentlich nicht. Und überhaupt, wieso schließt eine solche These eigentlich die junge Generation aus? In der Musikstadt wird schon eine geraume Zeit über dieses Thema diskutiert - oder besser: getuschelt…

Und das nicht erst seit Demografiesymposien und den Ideen für das Mehrgenerationenhaus im entstehenden Bürgerzentrum der Ruine Cruciskirche. Natürlich machen sich jüngere Menschen Sorgen über die Zukunft der Musikstadt. Zumal, wenn sie in der Region keinen gescheiten Arbeitsplatz bekommen. Noch nicht, denn dieses Szenario dürfte schon bald Geschichte sein. Dann wird man auch hier händeringend um junge Kräfte buhlen.

Und weil das genau kommen dürfte, sollten sich Betriebe, Vereine und vor allem die politischen Organisationen rechtzeitig darauf einstellen. Konkret: Wenn weniger junge Menschen für Stellen zur Verfügung stehen, wird man aus reinem “Überlebenstrieb” um eben diese “kämpfen”. Was aber nicht bedeutet, dass alle junge Menschen eben die Ausbildung für den Job haben, der künftig gebraucht wird. Es kommt zu “Anpassungsprozessen”. Und was etwa Hausbesitzer und Vermieter angeht, die werden verstärkt wetteifern, um junge Leute “in die Hütte” zu bekommen, solche, die auch mal schnell und unbürokratisch zupacken können. Und genau diesen jungen Menschen werden das erkennen, ihren “Marktwert” nämlich. Sie müssen also nicht bange sein.

Heute haben viele ältere Menschen Angst davor, abgeschoben zu sein, nicht mehr gebraucht zu werden. Und diese Ängste sind ja aktuell auch NOCH berechtigt. Weil die ältere Generation ihre zunehmende und künftige “Machtposition” noch nicht erkannt hat oder begreifen will. Zugegeben, wer “verbraucht”, abgearbeitet und vielleicht auch krank ist, der möchte im fortgeschrittenen Alter einfach etwas Ruhe und auch Zuwendung haben.

Aber wer noch gut drauf ist (oder sein möchte), der soll und arf das bitte auch zeigen. Wenn gerade die Senioren (oder jene, die das künftig werden) nicht mobilisiert, aktiviert werden, dann hat unsere Gesellschaft schlechte Karten. Vereine und Verbände, die gerade rüstigen Senioren Chancen zur Betätigung geben, diese aktiv einbinden, ihr Know how nutzen, so dazu beitragen, dass sich ältere Menschen willkommen, ja dringend gebraucht vorkommen, werden bei diesen Entwicklung gewinnen - an Mitgliedern und an Einfluss.

Irgendwann werden unsere betagten Mitbürger begreifen, dass es ein Fülle von Aufgaben und Herausforderungen gibt, wo sie noch gebraucht werden, wo sie sich sogar noch profilieren können. Sie werden dann aktiver als heute bemüht sein, ihr Umfeld - Freizeit, Politik, gegenseitige Hilfe - mitzugestalten. Natürlich ist das eine Macht, aber sie ist aufbauend-konstruktiv. Auch aus einer gewissen Not heraus werden sich ältere Menschen organisieren, aber nicht gegen die Jugend, sondern für sich selbst, für die Gestaltung ihrer Freizeit, für die Hilfe untereinander etc. etc. Weil nämlich der Ruf nach Hilfe und Unterstützung sonst immer weniger gehört wird. Ich bin überzeugt davon, dass die künftigen Senioren (und die von heute, die das wollen) das “Kind schon schaukeln werden”. Allerdings wird das mit immer weniger Staat passieren, stattdessen immer mehr Eigeninitiative und Selbsthilfe gefragt sein. Und ich glaube, das das genau eine Chance ist…

6. April 2008

13. Sondershäuser Kneipennacht…

Ob nun latino-mäßig wie mit “Tres Gitanos” (Bild) im Bowling- & Kegelcentrum Sondershausen mehr rockig, bluesig oder einfach gut-gelaunt: die 13. Sondershäuser Kneipennacht war ein Angebot, das reichlich genutzt wurde. Auch wenn es schon Kneipennächte gab, bei denen mehr los war. Doch es gibt ja nicht so viele Ereignisse in der Musikstadt, die eine Menge Leute auf die Feiermeile treibt. Der kostenlose Busshuttle wurde jedenfalls eifrig genutzt.

Größter Anziehungspunkt war wie immer das Klubhaus Stock’sen, wo bis in die frühen Morgenstunden die Coverrock-Formation “Hella Donna” das Publikum rockte (Bild). Bei der Band aus Plauen ging richtig gut die Post ab.

Das Zentrum des Kneipennacht war die Stadtmitte. Im griechischen Restaurant Syrtakiam Markt servierte “Musica Athena” griechische Folklore. Auch Bürgermeister Joachim Kreyer und seine Frau (Bild) ließen sich dort nach der Eröffnung der Ronald Paris-Ausstellung im Marstall gesellig und gut gelaunt einstimmen. Viele wärmten sic h auch mit einem oder gleich mehreren Ouzos im Syrtaki auf.

In der Posthalterei Hartlep ließen es die “Sticky Fingers” (Bild) kräftig krachen. Rock und Pop gab es dort von den Musikern auf die Ohren der Zuhörer und Kneipengänger ganz unterschiedlichen Alters. Vor allem Blues-Töne und Improvisationen wurden im “Erbprinzen” von “Wolle & Friends” angestimmt, aber auch “Los Scarlett’os” stießen im “Ratskeller” auf ein zufriedenes Publikum. Die Lady-Rocker hatten ja auch einen respektablen Sound. Alles in allem eine doch recht passable Kneipennacht, bei der sogar das Wetter einigermaßen mitspielte, jedenfalls setze der Regen erst im Laufe der Nacht ein…

Sondershausen könnte schon bald “Ronald Paris-Stadt” werden

Für die Musikstadt Sondershausen ist Ronald Paris ein “großer Sohn” und der auf dem besten Wege, das Residenzstädtchen im nordthüringischen Kyffhäuserkreis mit seinem - wenn auch inoffiziellen - Namensprädikat zu schmücken: Sondershausen als “Ronald Paris-Stadt”. Im Marstall des Sondershäuser Schlosses ist seit Sonnabend eine große Ausstellung mit 70 Werken aus verschiedenen Schaffensphasen des Malers und Grafikers zu sehen. Bis zum 29. Mai 2008, dann wandert die Ausstellung ‘Ronald Paris - Lob des Realismus - Retrospektive 2008′ den Sommer über nach Schwerin, im Herbst dann nach Potsdam. Das mit der “Ronald Paris-Stadt” aber könnte sich einfach so weiter entwickeln…

Ronald Paris freut sich, dass er in seiner Geburtsstadt Sonderhausen diese Hommage-Ausstellung bekommen hat. Die Sparkassen-Kunststiftung des Kyffhäuserkreises, die Stadt Sondershausen und zahlreiche Sponsoren, darunter Gazprom Germania, haben das ermöglicht. Man sollte nicht vom Lebenswerk Ronald Paris’ sprechen, denn das dürfte noch lange nicht komplett sein. Und angesichts von rund 5000 geschaffenen Werken, darunter viele Wandbilder, ist es auch kaum denkbar, ein solches Lebenswerk in einer allumfassenden Ausstellung zu dokumentieren.

Die Ausstellung ist quasi ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk für den Künstler, der am 12. August 75 Jahre alt wird. Seit 1985 lebt er zwar in Rangsdorf bei Berlin, doch Paris ist immer ein Sondershäuser geblieben, besucht relativ oft die Musikstadt, in der er bereits so einige künstlerische Spuren hinterlassen hat. Nicht nur, dass einige seiner Gemälde in Sondershausen auch unabhängig von der “Retrospektive” zu bewundern sind. Oder das Tryptichon in der Sondershäuser Stadtkirche St. Trinitatis, ebendort, wor Ronald Paris einst getauft wurde.

Der Künstler würde gerne eine große Glas- oder Kirchenfenstermalerei seinem bisherigen Lebenswerk hinzufügen, etwa in der Cruziskirche der Musikstadt. Eine Vision, die wohl schon länger im Kopf ist. Die Cruziskirche ist eine Ruine und das ehemalige Gotteshaus soll zu einem Bürger- und Begegnungszentrum gestaltet werden. Es könnte auch eine starke Kunstkomponente hinzukommen. Nun ist Paris ja eigentlich ein “klassischer” Wandmaler, aber er hat er ist vom Ursprung her eben auch gelernter Kunstglaser und Glasmaler, und die Kunstglaserei Kraus In Weimar, wo er einst (19150) eine Lehre absolvierte, gibt es noch. Da könne er gleich anfangen, verriet er zur Ausstellungseröffnung in Sondershausen.

Ronald Paris ist nicht ein Maler, der sich in seine Kunst weltabgewandt zurückzieht. Er ist ein Mensch, der sich mit dem Zeitgeschehen auseinandersetzt. Man sagt, er sei auch zu DDR-Zeiten des öfteren unbequem und kritisch gewesen. Obwohl er der DDR ja auch mit zahlreichen Auftragswerken gedient hat. Andererseits gab es da eine gewisse Nähe zu Biermann und Havemann - ein Spannungsverhältnis, welches sich auch künstlerisch niedergeschlagen hat.

Einige seiner Werke haben auch noch Jahrzehnte nach dem Entstehen eine geradezu entwaffnende Aktualität: “Gewalt - Traum des Söldners” ist eigentlich eine bittere Anklage, und sie könnte angesichts der Auseinandersetzungen im Irak heute nicht anders ins Bild gerückt werden. Es gibt Leute, die sagen, Paris sei in einigen Bildern seiner Zeit schon immer weit voraus gewesen. Vielleicht ist das der Reiz, die besondere Faszination vieler seiner Bilder, in denen sich auch so manche aktuelle Frage widerspiegelt. Und manchmal holt einen selbst die Geschichte auch einfach ein - “Lob des Kommunismus” titelt ein Wandbild des ehemaligen Hauptamtes für Statistik der DDR in Berlin. Baulich bedingt droht diesem Werk die Abrissbirne, der Zahn der Zeit nagt auch an der Kunst. Doch das “Lob des Realismus” - Titel der aktuellen Ausstellung - dürfte vielleicht der Ansporn dafür sein, in der Musikstadt quasi dem Künstler eine Lebenswerk-Ausstellung zu gönnen, die sowohl eine überaus reizvolle Auseinandersetzung mit der ostdeutschen Historie sein kann als auch ein ganz “einfacher” künstlerischer Impuls mit touristisch-kultureller Anziehungswirkung für die Musikstadt werden könnte. Wünschenswert allemal!

31. März 2008

Eine gute Botschaft aus Kinderhand…

In Zeiten, in denen sich Menschen beschimpfen und verachten, in denen zu viel Hass regiert oder verbreitet wird, sollte man sich vielleicht auf diese Botschaft aus Kinderhand besinnen….

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Eine Wandzeichnung in unserer Musikstadt! Eine, auf die man stolz sein darf!

23. März 2008

Fröhliche Ostern im Schnee

Gespeichert unter: Musikstadt, Ostern, Sondershausen, Winter — luckysultan @ 10:37

Und das soll Ostern sein? Regen und über Nacht eine fette Schneedecke - zumindest hier in Sondershausen…

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