
In meiner Jugend habe ich mich auch für eine Gruppe begeistert, die einst in Westdeutschland mit ungewöhnlichen Instrumenten, verrückten Versen und auch mit ein bisschen Klamauk für tolle Stimmung sorgte: Insterburg & Co. . Prominentes Comedy-Überbleibsel aus dieser Formation ist die vom Bildschirm her bekannte “Knalltüte” Karl Dall. Er gehörte einst zur Gruppe um Ingo Insterburg. Warum ich mich an diese Gruppe erinnere? Nun – in Sondershausen gibt es eine Formation, die sich zwar nicht mit Klamauk und Comedy positioniert, wohl aber mit einem kunterbunten unterhaltsamen Musik-Mix und vor allem auch ungewöhnlichen “Musik”-Instrumenten. Denn wenn hier neben Percussion, Querflöte, Gitarre, Klarinette und Kontrabass auch ein Werkzeugkasten-Xylophon, eine Schrotsäge oder ein Spachtel zum Einsatz kommen, dann ist das ein “Zweiter Aufguss”. So nennt sich nämlich die Musik-Formation aus der Musikstadt Sondershausen. An diesem Sonntag (5. April) ist die Gruppe ab 17 Uhr live zu erleben – in der berühmten restaurierten Organgerie des Barockdorfes Bendeleben zwischen Sondershausen und Bad Frankenhausen im Kyffhäuserkreis (Nordthüringen). Der Titel des Gastspiels ist dabei Programm. “Aufgebrüht”…

Für Musikfreunde ist es auf jeden Fall ein Erlebnis der besonderen Art, wenn die Musiker des zweiten Aufgusses ihre seltsamen Instrumente, wie das Werkzeugkasten-Xylophon oder die Schrotsäge auspacken und Lieder aus der ganzen Welt zu Gehör bringen. Man kann erleben, dass man mit Gebrauchsgegenständen aus dem Alltag wie beispielsweise einem Spachtel auch musizieren kann oder aus Uhrfedern und einer Nähmaschinenabdeckung selbst ein Instrument bauen kann.
Zum Repertoire gehören Volkslieder, Filmmelodien, genauso Rock und Blues Titel, wobei alle durch eigene Arrangements einen spezifischen Anstrich erhalten. Auch selbst getextete und komponierte Lieder fehlen im Programm des “Zweiten Aufgusses ” nicht.
Den zweiten Aufguss gibt es seit 2006 als Quartett mit Martin Jahn Trompete, Blockflöte, Schrotsäge und anderen skurrilen Instrumenten. Angela Jahn spielt Akkordeon und Blockflöte, Sabine Großkopf Querflöte und Dieter Großkopf Gitarre, Mandoline und Djembe. Als Sängerin gesellte sich Susi Wiener bald dazu, die es 2008 in den hohen Norden gezogen hat und eine Lücke hinterließ, die Gritt und Michael Weißenborn mit Klarinette, Gitarre, Posaune, Tröte und Gesang wieder geschlossen haben. Jonas Konrad Weinrich ist jüngstes Mitglied der Formation und spielt den Kontrabass und verschiedene Perkussioninstrumente wie die Cajón.
Der erste Auftritt unserer Gruppe warübrigens Juni 2007 auch in der Orangerie Bendeleben anlässlich einer Ausstellungseröffnung von Martin Jahn. Danach folgten Auftritte zum Rolandsfest in Nordhausen 2007 und 2008, zum Residenzfest in Sondershausen, Kunstfest in Nordhausen und viele kleine private Veranstaltungen. Und 5. April ist die Gruppe nun erneut in Bendeleben live zu erleben – ein Grund für einen schönen Ausflug in das Barockdorf am Kyffhäuser, um die sehenswerte Orangerie zu besuchen und um den “Zweiten Aufguss” zu genießen. Viel Spaß dabei…
Sonntag, 5. April, 17 Uhr, Orangerie Bendeleben









