Musikstadt (music-town-blog)

6. Juli 2009

Schlossfestspiele: Sommerfrische Ohrwürmer in der Musikstadt

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Sommertheater kann so herzerfrischend sein: Mit der  feschen krachledernen Operetten-Revue „Im Weißen Rössl“ sind die  Schlossfestspiele Sondershausen erfolgreich  in die vierte Saison gestartet.  Leichte Kost, Ferienstimmung, Ohrwürmer und eine gehörige Portion Humor -  dieses Rezept ging mit Ralph Benatzkys Singspiel in der Nordthüringer Musik-  und Residenzstadt voll auf.

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Unter der musikalischen Leitung von Pit Uhden  präsentierte sich ein spielfreudiges, gut eingestimmtes und bestens  aufgelegtes Festspielensemble im Sondershäuser Schlosshof.  Die  Residenzkulisse  taugt dabei trefflich als Rahmen für das launige Lustspiel  mit den allseits bekannten Gassenhauern. Zudem spart die Festspiel-Produktion  des Theaters Nordhausen und des Loh-Orchesters Sondershausen nicht mit  originellen Gags und Überraschungen bei dem alpenländischen Rührstück.

Puschelnde Cheerleaders, ein singendes Männerballett, ein tanzende Kuh und  ein echter Bürgermeister in eben dieser Rolle – dem Sondershäuser „Rössl“  mangelt es nicht an parodistischen Zügen und persiflierenden Momenten. Wenn  sich etwa das Gerücht verbreitet „Der Kaiser kommt“, denkt man heuer  natürlich an den Beckenbauer. Kerstin Weiß (Inszenierung), Ronald Winter  (Bühne), Jutta Wörne (Choreografie)  und Elisabeth Stolze-Bley (Kostüme)  haben originelle karikierende Spitzen und Überzeichnungen in der Operette  verpackt, die einfach Spaß machen und Unterhaltung bieten.

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Gesanglich und mimisch waren die Solisten bei der Premiere gut eingestellt:
Herausragend die Weimarer Sopranistin Juliane Schenk als resolute  Rössl-Wirtin Jospeha oder der bayerische Tenor  Anton-Leiß-Huber als  „verknallter Gockel“ und Zahlkellner Leopold. Dem  Schauspieler Jens  Wassermann, gebürtiger Gothaer, war die Paraderolle des „schönen“ Sigismund  Sülzheimer geradezu leibgeschneidert. Überzeugend auch der Tenor Helmut  Kleinen als mürrischer Frabrikant Giesecke, Thomas Kohl als Kaiser, Tenor  Alec Otto als Jurist Siedler „Rechtsanwalt, aber ehrlich“, Sopranistin  Juliane Fleming als Ottilie oder Schauspielerin Vanessa Rose als lispelndes  Klärchen. Der Nordhäuser Gymnasiast Matthias Kupke gefiel in der Rolle des  Piccolo und die Erfurterin Jessika Rieck war als Jodlerin Zensi zu  vernehmen.

Der Nordhäuser Opernchor, unterstützt von ausgesuchten Chorsängern aus der  Musikstadt, die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen und natürlich das  Loh-Orchester machten samt Solisten das Sommerfrische-Kultstück mit flotten  Tanzryhtmen, schrägen Schuhplattlern, schlagerhaften Schnulzen und pfiffigen  Pointen zu einer alles in allem feschen Revue-Operette und zu einem  unterhaltsamen Festspiel-Erlebnis. Locker-leichtes Sommertheater eben, das  aber beim Publikum stehende Ovationen auslöste und Lust auf Mehr im  kommenden Jahr mamcht. Dann gibt es bei den Thüringer Schlossfestspielen  Sondershausen Mozarts „Zauberflöte“.

Hier das Video vom Finale:

10. September 2008

Musik und Toleranz: Chorjugend setzt ein Zeichen

Musik ist und bleibt eine Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen: In der Musikstadt hat der Landesjugendchor des Freistaates Thüringen heute die Probenarbeit für ein gemeinsames Projekt aufgenommen -  „[uni_sono] für toleranz. gegen gewalt.“ Die Thüringische Landeszeitung (TLZ) in Weimar ist medienpartner des Projektes. Bereits 2001 hatte sich die Chorjugend im Thüringer Sängerbund demonstrativ hinter die „Thüringen tolerant“-Initiative der TLZ gestellt und sich so für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit im Freistaat positioniert.

Dass gerade die Musik eine  völkerverbindende Brücke sein kann, möchte die Thüringer Chorjugend im  Oktober bei zwei Workshops in Gera und Sondershausen sowie der zentralen  Abschlussveranstaltung am 12. Oktober in der Neuen Oper Erfurt zum Ausdruck  bringen. Ministerpräsident Dieter Althaus ist Schirmherr der Aktion.

Weil die Förderung sowohl der Breiten- als auch der Spitzenkultur eine  zentrale Aufgabe der Chorjugend ist, wird vom 10. bis 12. Oktober in der  Musikstadt Sondershausen unter der Leitung von Prof. André Schmidt (Weimar)  ein repräsentatives Programm breitenwirksamer Musik mit Jugendlichen  erarbeitet. Dabei geht es um internationale, stilistisch offene  Kompositionen a capella oder mit Instrumentalbegleitung sowie Choreografie.

Fast zeitgleich wird vom 8. bis 12. Oktober  in Gera unter der Leitung von  Christian K. Frank (Weimar) ein künstlerisch anspruchsvolles  zeitgenössisches und politisch engagiertes Programm gemeinsam mit der  Rockband „Hidden timbre“ und Instrumentalisten der Hochschule für Musik  „Franz Liszt“ Weimar erarbeitet. Die Werke  „Die Menschenfrage“ und „Keine  Zweifel?“  des Komponisten Christian F. Frank stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Ergebnisse beider Workshops sollen dann beim Abschlusskonzert am 12.  Oktober (17 Uhr) in der Erfurter Oper präsentiert werden. Bereits um 15 Uhr wird es im Foyer der Oper ein von der Thüringer  Staatskanzlei organisiertes Podium  geben, das sich dann dem Engagement für  Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit sowie Gewalt widmet, besonders dabei  die Möglichkeiten kultureller Begegnungen etwa der Jugendchöre ins Blickfeld  rückt.

Das Spektrum der musikalischen Darbietungen beider Workshops und der  Schlussveranstaltung wird weitgefächert sein, von der Klassik bis zur  modernen experimentellen Musik, und es soll vor allem die Zielgruppe junger  Menschen erreichen. Rund 200 Mitwirkende aus ganz Thüringen hat das Projekt  der Chorjugend, zur Schlussveranstaltung in der Erfurter Oper erhoffen sich  die Verantwortlichen – allen voran Franziska Susann Reichenbecher, Karolin  Zeinert und Christian Frank – ein landesweites Echo und Unterstützung aus  zahlreichen Jugendchorgemeinschaft im Freistaat.  (Quelle: Mein Bericht in der TLZ)
Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Thüringer Chorjugend

19. März 2008

16. Internationaler Meisterkurs für Violoncello und Kammermusik

Die Erfolgsgeschichte der Sondershäuser Meisterkurse wird fortgeschrieben: Nach dem Jubiläum im vergangenen Jahr startet Prof. Klauf Storck mit seiner rechten Hand Yasuko Ogata und den Dozentinnen Aya Ishihara und Masayo Hosomi am 22. März mit dem 16. Internationalen Meisterkurs. Bis zum 29. März werden Teilnehmer aus Taiwan, Deutschland, Japan und Polen dann in der Landesmusikakademie Sondershausen und den Räumen der Musikschule „Carl Schroeder“ – die Kreismusikschule „Carl Schroeder“ feiert übrigens Anfang April mit einer Festwoche das 125-jährige Bestehen – arbeiten und ihr Können in öffentlichen Konzerten unter Beweis stellen.

Die Landesmusikakademie dankt besonders den Förderern, den Sponsoren, denn die Sondershäuser haben auch in diesem Jahr wieder bewiesen, wie wichtig ihnen der jährliche Meisterkurs ist. Ob Nachfragen von Privatpersonen, ob sie wieder einen Meisterschüler bei sich aufnehmen können, Angebote, die Übernachtung eines Meisterschülers zu finanzieren oder das jährliche Stipendium des Rotary-Clubs – all das unterstreicht das rege Interesse an den jungen Besuchern und Musiktalenten aus aller Welt.

Als öffentliche Konzerte sind angesagt:
Das Dozentenkonzert am Samstag, 22. März 2008, 19.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 8 €.
Ein Teilnehmerkonzert am Mittwoch, 26. März 2008, 19.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 6 €
Abschlusskonzert am Samstag, 29. März 2008, 17.00 Uhr, Blauer Saal, Eintritt 8 €

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