Musikstadt (music-town-blog)

6. Juli 2009

Schlossfestspiele: Sommerfrische Ohrwürmer in der Musikstadt

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Sommertheater kann so herzerfrischend sein: Mit der  feschen krachledernen Operetten-Revue „Im Weißen Rössl“ sind die  Schlossfestspiele Sondershausen erfolgreich  in die vierte Saison gestartet.  Leichte Kost, Ferienstimmung, Ohrwürmer und eine gehörige Portion Humor -  dieses Rezept ging mit Ralph Benatzkys Singspiel in der Nordthüringer Musik-  und Residenzstadt voll auf.

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Unter der musikalischen Leitung von Pit Uhden  präsentierte sich ein spielfreudiges, gut eingestimmtes und bestens  aufgelegtes Festspielensemble im Sondershäuser Schlosshof.  Die  Residenzkulisse  taugt dabei trefflich als Rahmen für das launige Lustspiel  mit den allseits bekannten Gassenhauern. Zudem spart die Festspiel-Produktion  des Theaters Nordhausen und des Loh-Orchesters Sondershausen nicht mit  originellen Gags und Überraschungen bei dem alpenländischen Rührstück.

Puschelnde Cheerleaders, ein singendes Männerballett, ein tanzende Kuh und  ein echter Bürgermeister in eben dieser Rolle – dem Sondershäuser „Rössl“  mangelt es nicht an parodistischen Zügen und persiflierenden Momenten. Wenn  sich etwa das Gerücht verbreitet „Der Kaiser kommt“, denkt man heuer  natürlich an den Beckenbauer. Kerstin Weiß (Inszenierung), Ronald Winter  (Bühne), Jutta Wörne (Choreografie)  und Elisabeth Stolze-Bley (Kostüme)  haben originelle karikierende Spitzen und Überzeichnungen in der Operette  verpackt, die einfach Spaß machen und Unterhaltung bieten.

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Gesanglich und mimisch waren die Solisten bei der Premiere gut eingestellt:
Herausragend die Weimarer Sopranistin Juliane Schenk als resolute  Rössl-Wirtin Jospeha oder der bayerische Tenor  Anton-Leiß-Huber als  „verknallter Gockel“ und Zahlkellner Leopold. Dem  Schauspieler Jens  Wassermann, gebürtiger Gothaer, war die Paraderolle des „schönen“ Sigismund  Sülzheimer geradezu leibgeschneidert. Überzeugend auch der Tenor Helmut  Kleinen als mürrischer Frabrikant Giesecke, Thomas Kohl als Kaiser, Tenor  Alec Otto als Jurist Siedler „Rechtsanwalt, aber ehrlich“, Sopranistin  Juliane Fleming als Ottilie oder Schauspielerin Vanessa Rose als lispelndes  Klärchen. Der Nordhäuser Gymnasiast Matthias Kupke gefiel in der Rolle des  Piccolo und die Erfurterin Jessika Rieck war als Jodlerin Zensi zu  vernehmen.

Der Nordhäuser Opernchor, unterstützt von ausgesuchten Chorsängern aus der  Musikstadt, die Ballettkompanie des Theaters Nordhausen und natürlich das  Loh-Orchester machten samt Solisten das Sommerfrische-Kultstück mit flotten  Tanzryhtmen, schrägen Schuhplattlern, schlagerhaften Schnulzen und pfiffigen  Pointen zu einer alles in allem feschen Revue-Operette und zu einem  unterhaltsamen Festspiel-Erlebnis. Locker-leichtes Sommertheater eben, das  aber beim Publikum stehende Ovationen auslöste und Lust auf Mehr im  kommenden Jahr mamcht. Dann gibt es bei den Thüringer Schlossfestspielen  Sondershausen Mozarts „Zauberflöte“.

Hier das Video vom Finale:

3. Mai 2009

„Willkommen im Anderswo“: Christina Rommel heute in der Musikstadt

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Heute um 17 Uhr steigt ein schönes Konzert im Carl-Schröder-Saal der Musikstadt Sondershausen: Christina Rommmel, Sängerin aus Erfurt, macht in der Musikstadt Station.

Rommel-Musik an den ungewöhnlichsten Orten in Deutschland ist schon legendär. Bergwerke, Türme, Klöster, Schlösser oder Konzerte in den Wolken – Christinas Besondere-Orte-Tour lockte unzählige Fans in die verrücktesten Ecken das Landes. „Die Tour wurde fast zum Kult und hat selbst unsere kühnsten Erwartungen übertroffen.

Mittlerweile entdeckt Christina Rommel ihre besonderen Orte aber auch in ganz Europa oder sogar in Übersee. 2007 gastierte die sympathische Sängerin zu fünf Konzerten in New York (u.a. im UN Hauptquartier und zu einem Hausboot-Konzert auf dem Hudson River) und auch 2008 auf ihrer Neuengland-Tour.

Die Thüringerin ist international unterwegs und das mit deutschen Texten und Musik aus eigener Feder. Doch bevor es auch in diesem Jahr im Juli auf USA-Tour geht, wird sie heute im Carl-Schroeder-Saal –unplugged-  in Sondershausen zu erleben  sein. Ich selbst kenne Christina von mehreren Auftritten. In den zurück liegenden Jahren habe ich die Künstlerin regelmäßig beim großen Goethe-Weinfest in Weimar auf der Bühne präsentiert, vorgestellt und interviewt. Und ich war auch bei den Präsentationen ihrer jüngsten Alben dabei. Mein Tipp: Heute das Konzert in Sondershausen nicht verpassen. Veranstaltet wird das Konzert von Fabian Fromm (Skystar Records).

5. März 2009

Irre, einige Narren machen nach Aschermittwoch locker weiter

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Klar doch, wer die Stimmung beim traditionellen Rosenmontagsumzug  (Bild) erlebt hat, kommt gerne auf die Idee, das könne doch lange so weitergehen. Wer sich auf Karneval oder Fasching einlässt, der hat mental sicher Spass daran, auch losgelöst von den tollen Tagen das närrische Treiben zu pflegen. ABER: die ganz große Masse der organisierten Narren, also derjenigen, die dieses aktiv gestalten, feiert Karneval in der überlieferten Tradition – nämlich zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch.

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So mancher Gastronom oder Veranstalter gerät naturgemäß ins Schwärmen, wenn er denn den gefüllten Marktplatz Sondershausen zum Ende des Rosenmontagszuges (Bild aus 2009) sieht und an ein mögliches Geschäft denkt . Das soll ja auch jeder gerne machen, aber bitte während der tollen Tage.  Nicht nur in Nordthüringen (allerdings nur einigen wenigen Orten) auch in anderen region, etwa in Neustadt/Orla, geht es erst nach Aschermittwoch närrisch los – nein weiter. In Neustadt etwa macht der dort ansässige große Karnevalsverein gleich drei närrische Galas an den März-Sonnabenden und anschließend noch ein Garde-Gand-Prix. Und das seit einigen Jahrzehnten. Aus kommerziellen Gründen versteht sich, weil schon zu DDR-Zeiten die Busse mit den geselligen Gästen gerne zu den Veranstaltungen in der Neustädteer Narhalla kamen, wo nur deshalb ein solches Programm nach Aschermittwoch geboten wurde, weil während der „normalen“ Faschingszeit das Publikumsecho wegen der großen Konkurrenz anderer Veranstaltung (und auch wegen der Frauentagsfeiern) zu groß war. Streng genommen hat also diese Art der Feierei in Neustadt/Orla Tradition. Deswaegen gab es auch Ärger mit dem Landesverabdn Thüringer Karnevalsvereine und dem Bund Deutscher Karneval. Dort ist nämlich satzungs- und charta-mäßig festgelegt, dass Karneval nur in der bekannten historischen Zeit zwischen dem 11.11. und Aschermittwoch gestattet ist. Und die Mitgliedsvereine müssen sich dran halten, sonst droht der Verlust der steuermäßigen Begünstigung ihrer Veranstaltung und Einnahmen. Die Duhlendorfer Narren aus Neustadt sind mittlerweile aus dem Landesverabdn und damit aus dem BDK ausgetreten und haben sich der Föderation Europäischer Narren (FEN) angeschlossen. Grund: Die FEN-Satzung ist liberaler, weil europäischer, berücksichtigt auch regionale Bbesonderheiten  und Traditionen. Danach würde wohl die Fortführung der närrischen Tradition aus DDR-Zeiten akzeptiert werden…

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Und was sage ich als aktiver Narr (Bild / aktuell 2009 in der Bütt der Jubiläumssitzung der Gothaer Karnevals Gemeinschaft GKG) dazu. Neustadt ist für mich – zugegeben – ein Grenzfall. Tendenziell bin ich dafür, dass ab Aschermittwoch „Schluss mit Lustig“ im Sinne der Karnevalisten ist. Denn selbst wenn man nicht christlich gebunden bzw. orientiert ist – denn die Zeiten der so genannten 5. Jahreszeit haben überall eben diesen religiösen-historischen Hintergrund, der in Deutschland von der ganz großen Masse der organisierten Narren respektiert und gepflegt wird. Es geht um Brauchtumspflege. Verstoßen Vereine dagegen, dann können sie die Steuervergünstigungen verlieren, die so wichtig für die Vereinseinnahmen aus den Veranstaltungen sind.

Warum ich das eigentlich hier erzähle? Nun – eine Woche nach dem finalen Karnevalswochenende und damit nach Aschermittwoch wurde in der „Wipperperle“ zu den „Highlights des Karnevals“ mit Beteiligung zahlreicher Aktiven aus den organisierten Vereinen eingeladen und gefeiert. Veranstaltungen darf man organisieren, wie man lustig ist, keine Frage. Aber die Aktiven, die sich zum offiziellen Karneval bekennen und dort organisiert sind, dürfen da eigentlich nicht mitmachen, zumindest nicht in ihren offiziellen Kostümen, sprich Gardeuniformen, Ornat etc..  Das alles gehört nämlich nach Aschermittwoch in die Narrenkiste – bis 11.11..

Ich gönne allen ihren Spaß, ihre Lebensfreude. Wer aber nach Aschermittwoch Karnevalsveranstaltungen durchführt, darf als Veranstalter nicht die Steuervergünstigungen dabei in Anspruch nehmen, die wegen der Brauchtumspflege für die organiserten Karnevalsvereine gelten. Das gilt auch für die GEMA-Gebühren. Denn nach Aschermittwoch sind solche Veranstaltungen ganz normale gesellige kommerzielle Veranstaltungen, nennen wir es mal Comedy der alten närrischen Art…

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Da halte ich mich mit meinen närrischen Weggefährten im Karnevalsverein (Hier Aktive des SCC Gelb-Weiß Sondershausen-Stockhausen) und auch in den Verbänden dann doch an gewissen Brauchtums-Regeln. Und bleibe dabei, dass ab Aschermittwoch der Karneval bis zum 11.11. Ruhezeit hat – und trotzdem nicht „Schluss mit Lustig“ sein muss. Einfach in einem Karnevalsverein oder in einem Faschingsclub engagieren, mitmachen,  da ist auch außerhalb der Session Spaß angesagt, aber auch ein bisschen Mitarbeit, denndie schönen Karnevalssitzungen bedürfen monatelanger emsiger Vorbereitung. Ich weiß, wovon ich spreche. Ich bin nämlich aktiv dabei…

18. Dezember 2008

Weihnachtsmarkt in der Musikstadt

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Heute ist auf dem Markt  unterhalb des Schlosses Sondershausen der diesjährige Weihnachtsmarkt eröffnet worden. Er wird in diesem Jahr die Besucher nur vier Tage lang anlocken, angeblich rechnet sich eine längere Öffnungszeit nicht. Zum Auftakt lief es heute auch recht schleppend an. Nun ist der Markt auch nicht gerade eine Sensation, bietet nichts Besonderes. Aber er vermittelt – vor allem am späteren Nachmittag – ein wenig vorweihnachtliche Stimmung…

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Und für die Kinder bietet er sogar ein kleines Fahrgeschäft an, ein Hauch vom Rummel gehört offensichtlich auch auf Weihnachtsmärkten dazu. Neben den üblichen weihnachtlichen Leckereien wie Glühwein, Kinderpunsch, Stollen und andere Weihnachtsbäckereien, Duftendes vom Rost etc. werden überwiegend Dinge angeboten, die irgendwie zum Fest passen oder dann verschenkt werden können. Am Wochenende wird es wohl ercht voll. Nachmittags wird zudem ein kleines Programm geboten.

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Abends bietet sich dann ein idyllisches Bild unterhalb des Sondershäuser Schlosses. Schnee wird es aber wohl in diesem Jahr zum Weihanchtsfest in der Musikstadt nicht geben. Unsere Glühweinparty mit der Nachbarschaft steigt aber trotzdem am 21. Dezember….

10. September 2008

Musik und Toleranz: Chorjugend setzt ein Zeichen

Musik ist und bleibt eine Brücke zwischen den verschiedenen Kulturen: In der Musikstadt hat der Landesjugendchor des Freistaates Thüringen heute die Probenarbeit für ein gemeinsames Projekt aufgenommen -  „[uni_sono] für toleranz. gegen gewalt.“ Die Thüringische Landeszeitung (TLZ) in Weimar ist medienpartner des Projektes. Bereits 2001 hatte sich die Chorjugend im Thüringer Sängerbund demonstrativ hinter die „Thüringen tolerant“-Initiative der TLZ gestellt und sich so für Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit im Freistaat positioniert.

Dass gerade die Musik eine  völkerverbindende Brücke sein kann, möchte die Thüringer Chorjugend im  Oktober bei zwei Workshops in Gera und Sondershausen sowie der zentralen  Abschlussveranstaltung am 12. Oktober in der Neuen Oper Erfurt zum Ausdruck  bringen. Ministerpräsident Dieter Althaus ist Schirmherr der Aktion.

Weil die Förderung sowohl der Breiten- als auch der Spitzenkultur eine  zentrale Aufgabe der Chorjugend ist, wird vom 10. bis 12. Oktober in der  Musikstadt Sondershausen unter der Leitung von Prof. André Schmidt (Weimar)  ein repräsentatives Programm breitenwirksamer Musik mit Jugendlichen  erarbeitet. Dabei geht es um internationale, stilistisch offene  Kompositionen a capella oder mit Instrumentalbegleitung sowie Choreografie.

Fast zeitgleich wird vom 8. bis 12. Oktober  in Gera unter der Leitung von  Christian K. Frank (Weimar) ein künstlerisch anspruchsvolles  zeitgenössisches und politisch engagiertes Programm gemeinsam mit der  Rockband „Hidden timbre“ und Instrumentalisten der Hochschule für Musik  „Franz Liszt“ Weimar erarbeitet. Die Werke  „Die Menschenfrage“ und „Keine  Zweifel?“  des Komponisten Christian F. Frank stehen dabei im Mittelpunkt.

Die Ergebnisse beider Workshops sollen dann beim Abschlusskonzert am 12.  Oktober (17 Uhr) in der Erfurter Oper präsentiert werden. Bereits um 15 Uhr wird es im Foyer der Oper ein von der Thüringer  Staatskanzlei organisiertes Podium  geben, das sich dann dem Engagement für  Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit sowie Gewalt widmet, besonders dabei  die Möglichkeiten kultureller Begegnungen etwa der Jugendchöre ins Blickfeld  rückt.

Das Spektrum der musikalischen Darbietungen beider Workshops und der  Schlussveranstaltung wird weitgefächert sein, von der Klassik bis zur  modernen experimentellen Musik, und es soll vor allem die Zielgruppe junger  Menschen erreichen. Rund 200 Mitwirkende aus ganz Thüringen hat das Projekt  der Chorjugend, zur Schlussveranstaltung in der Erfurter Oper erhoffen sich  die Verantwortlichen – allen voran Franziska Susann Reichenbecher, Karolin  Zeinert und Christian Frank – ein landesweites Echo und Unterstützung aus  zahlreichen Jugendchorgemeinschaft im Freistaat.  (Quelle: Mein Bericht in der TLZ)
Mehr Infos gibt es auf der Homepage der Thüringer Chorjugend

10. August 2008

Serenata Española – bei der TLZ gibt es Tickets zu gewinnen

Am Mittwoch, 13. August 2008, 20 Uhr ist das Duo Ariana Burstein (Violoncello) & Roberto Legnani (Gitarre) in Sondershausen im Carl-Schroeder-Saal zu Gast. Ein wahrhaft hochkarätiges Konzert, wie Musikkenner wissen. Übrigens verlost die TLZ an diesem Wochenende Freikarten für das Konzert. Wer Interesse an Tickets hat, der muss sich mit einer E-Mail an die TLZ wenden mit dem Kennwort Espanola und der eigenen Adresse an gewinnspiele@tlz.de

Aber Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf ja ganz normal in der Sondershausen-Information und an der Abendkasse ab 19.30 Uhr. Das neue Tournee-Programm 2008 Serenata Española beinhaltet brillante Meisterwerke für Violoncello und Gitarre und führt auf eine musikalische Zeitreise durch Spanien vom maurischen Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert: spanische Musik, mit ihren fließenden Grenzen zwischen abendländischer, orientalischer und jüdischer Kultur. Darunter befinden sich ebenso Werke von Komponisten wie Isaac Albéniz, Enrique Granados oder Pablo de Sarasate, die auf die spanische Musiktradition zurückgegriffen und sie mit der Kunstmusik meisterlich verbunden haben. Die Gitarre, das spanischste aller Instrumente, übernimmt in diesem Konzert zugleich den Part des Orchesters wie den des Solisten.

Ariana Burstein profilierte sich als Preisträgerin bei internationalen Wettbewerben und konzertierte in verschiedenen Kammermusik-Ensembles. Die Virtuosin überzeugt mit barocken Werken ebenso wie mit dem Tanz ihrer lateinamerikanischen Heimat, dem Tango. Bravourös zeigt sie die enorme stilistische und emotionale Bandbreite des Cellos.

Roberto Legnani hat sich durch sein exzellentes Gitarrenspiel während zahlreicher Tourneen im In- und Ausland einen Namen als Gitarrenvirtuose gemacht. Seine Interpretationen zeugen von einer starken Künstlerpersönlichkeit. Gemeinsame Auftritte mit der weltberühmten Chansonsängerin Belina bilden eine weitere Facette seiner musikalischen Vielfältigkeit.

Das Duo Ariana Burstein & Roberto Legnani war das erste Ensemble, das die ungewöhnlich aparte Kombination Violoncello und Gitarre im Konzertleben etabliert hat. Dieser kulturelle Einsatz wurde bereits zweimal vom deutschen Bundespräsidialamt gewürdigt. Die beiden Musiker spielen preisgekrönte Instrumente: Das von Wilhelm Brückner gebaute Violoncello und die Hopf-Gitarre La Portentosa sind Zeugnisse hoher deutscher Instrumentenbaukunst

6. August 2008

Markus L. Frank ist neuer GMD des Lohorchesters

Als stellvertretender GMD und 1.Kapellmeister am Anhaltischen Theater ist Markus L. Frank noch für einige Wochen in Dessau gebunden, doch pünktlich zu Beginn der Spielzeit 2008/09 wird der neue Generalmusikdirektor des Theaters Nordhausen / Loh-Orchesters Sondershausen sich in Nordthüringen seiner neuen Herausforderung stellen. Kürzlich wurde der Nachfolger von Hiroaki Masuda durch Intendant Lars Tietje in seiner neuen Wirkungsstätte, dem „Haus der Kunst“ in der Musikstadt Sondershausen vorgestellt. Der neue Chefdirigent brachte auch gleich Konzertspielplan für die nächste Saison mit, die am 11. Oktober mit dem Sinfoniekonzert mit Brahms und Bartók eröffnet wird. Den Konzerten des Loh-Orchesters werden künftig Themen vorangestellt, so kann sich das Publikum von vornherein auf die jeweilige „Stimmung“ einstimmen. Wohlwissend dass es nicht leicht sei, in die „Fussstapfen“ seines sehr beliebten Vorgängers Masuda zu treten, wolle er sich mit dem Orchester „zusammenraufen“ und gemeinsam wolle man dann an den Stücken wachsen, kündigte Frank gestern an. Das Loh-Orchester kennt der gebürtige Württemberger aus Schwäbisch Hall bereits, denn in den neunziger Jahren bestritt er als Solist und Hornist ein Neujahrskonzert in der Musikstadt, und vor einigen Monaten dirigierte er das Ensemble.
Frank studierte an der Musikhochschule in Detmold, war überaus erfolgreicher Hornist bei internationalen Wettbewerben und schließlich beim NDR-Symphonieorchester in Hamburg engagiert. Doch er wollte mehr, absolvierte sein Dirigierstudium bei Prof. Seibel in der Hansestadt mit Auszecihnung, kam über die Oper Kiel schließlich nach Dessau. Einen Namen hat er sich auch durch zahlreiche Gastverpflichtungen etwa an der Staatsoper Hannover oder der Deutschen Oper Berlin gemacht. Mit dem Lohorchester Sondershausen möchte er künftig unterschiedliche Klangstile erfolgreich erarbeiten und gestalten. Die kontinuierliche Arbeit mit dem Orchester sei eine große Herausforderung, die in reize. Und über seine Kontakte zu verschiedenen bekannten Solisten wolle er einige davon auch für Konzertein Nordhausen und Sondershausen gewinnen, kündigte Frank an, der sich unter mehr als 100 Bewerbern für die GMD-Stelle in einem Auswahlverfahren profiliert und durchgesetzt hatte. Im Musiktheater und Konzertwesen setzt der verheiratete Familienvater und passionierte Hobbykoch besonders auf die Jugend, will – wie schon in Dessau – Workshops mit Schülern und Lehrern organiseren, um junge Menschen für dieses Musikszene zu begeistern.

Dem Publikum wird sich Markus L. Frank in der neuen Position erstmals in der festlichen Operngala zum Spielzeitbeginn am 5. September im Achteckhaus Sondershausen und am 6. September im Theater Nordhausen vorstellen. Außerdem wird er in der Spielzeit 2008/2009 die musikalische Leitung der Opern „Hoffmanns Erzählungen“ (Premiere am 26. September 2009) und „Don Giovanni“ (Premiere am 15. Mai 2009) sowie des Balletts „Romeo und Julia“ (Premiere am 24. Oktober 2008) übernehmen. Die Konzertsaison des Loh-Orchesters wird er am 11. und 12. Oktober 2008 mit Johannes Brahms’ Klavierkonzert Nr. 1 d-Moll, op. 15, und Béla Bartóks Konzert für Orchester eröffnen.

2. Juni 2008

Hitparade unterwegs: Viel Gefühlvolles und fetziger Rock

Über der Musikstadt Sondershausen drohte ein anrückendes Gewitter das abendliche Unterhaltungs-Event beim 7. Residenzfest zu verhageln. Ein paar Blitze zuckten, ein kurzes Schauer – doch die zahlreich erschienenen Fans auf dem Marktplatz ließen sich nicht abschrecken. So knapp 3000 sollen es gewesen sein, berichtet heute die Lokalzeitung. Es wurde dann auch ein toller unterhaltsamer Hitparaden-Abend im Rahmen des Residenzfestes.

Beliebte Künstler gaben bei „Hitparade unterwegs“ von MDR 1 Radio Thüringen musikalisch ihre Visitenkarten ab. Uta Bresan und Olaf Berger etwa. Die beiden sorgten gleich zu Beginn des Programms für viel Stimmung. Sie sind halt überaus beliebt, hatten deshalb auch in der Musikstadt ein regelrechtes Heimspiel, was die Publikumsgunst betraf. Beide Interpreten mussten aber noch am gleichen Abend weiter nach Mainz, hatten deshalb nicht allzu viel Zeit. Doch für einige ihrer Erfolgshits und ein paar Autogramme für die Fans reichte es allemal. Schön war, dass sich in Sondershausen auch Interpreten vorstellten, die man in Thüringen nicht so häufig sieht. Etwa Christian Lais, Gilbert aus Österreich, oder Allessa, die ebenfalls in der Alpenrepublik zu Hause ist.

Oder Sunnyboy Jens Bogner, der wie die anderen Künstler auch nach dem Auftritt viele Autogramme geben musste (Bild). Jens Bogner, das war zu spüren, bringt wohl ganz bewusst einen Hauch von “Howi” auf die Bühne. Der Marbacher hat ja auch vor einigen Jahren vor allem mit Titel von Howard Carpendale und Udo Jürgens seine Bühnenkarriere begonnen, inzwischen natürlich längst eigene Hits in den deutschen Charts gelandet wie etwa “Bring Lisa mit” oder seine mystische Geschichte von “Castle Green”, die er übrigens selbst geschrieben hat.
Als Italienerin wird Allessa oft fälschlicherweise gehandelt, denn die Newcomerin im Schlagergeschäft kommt tatsächlich aus Graz in Österreich. Sie hat in ihrem Heimatland schon einige Erfolge erzielt, war als Leadsängerinn mit mehreren Livebands auf Tour, etwa mit der Italo-Pop-Band “Rapublic” oder mit “Real Instinct”. Seit knapp zwei Jahren ist Allessa aber auch solo im Schlagergeschäft unterwegs,, seit dem Hernbst vergangenen Jahres gibt es auch in Deutschland ihr Debütalbum “Samstag Nacht”. Einige Songs davon, von denen sie auch welche selbst geschrieben hat, stellte sie beim Residenzfest in Sondershausen vor.

“Liebe Laster Leidenschaft” steht für Gilbert (Bild). Der gebürtige Innsbrucker, der aber seit seiner Jugend im Tiroler Ötztal zu Hause ist, wurde bei “Hitparade unterwegs” von den Fans vor allem mit seinen gefühlvollen Songs gefeiert. Während sich der sympathische Sänger, der übrigens auch staatlich geprüfter Bergführer , Ski- und Snowboardlehrer ist, damit in den Pop-Schlager-Reigen auch der anderen Hitparaden-Künstler einreihte, war es dann die gebürtige Erfurterin Petra Zieger, die mit einer ganz anderen musikalischen Gangart das Schlager-Publikum auf dem Sondershäuser Marktplatz “aufmischte”.

Und Petra Zieger (Bild) war natürlich beim Hitparaden-Ereignis des Sondershäuser Residenzfestes ein musikalisches Erlebnis. Sie war zwar die letzte Interpretin des vierstündigen Hitparaden-Programms, doch die Fans harrten aus und feierten die „Superfrau“. Diesen Titel brachte die Rocklady natürlich zu Gehör, aber auch so Kulthits wie „Traumzeit“ oder „Katzen bei Nacht“. Und schließlich Songs vom jüngsten Album „Nimm mich“.

Bis sie ihren späten Auftritt hatte, nutzte Petra backstage die Gelegenheit, um mit ihrem Mann Peter Taudte hinter der Bühne einige Freunde und Bekannte zu treffen, wie etwa die Peters aus Nordhausen von der Nordthüringer Autohaus-Gruppe Peter. Petra Zieger hat ja schon 1996 einen Sponsorvertrag von Mercedes bekommen. Und mit ihrem Mercedes-Cabrio waren Petra und Peter natürlich in die Musikstadt gekommen. Allerdings erst ziemlich spät am Nachmittag. Ich hatte die beiden ja zum Kaffee zu uns nach Hause eingeladen, aber zeitlich wurde daraus dann nichts mehr. Aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben…

Petra Zieger und Peter Taudte sowie die übrigen Musiker der Band werden ja in den nächsten Wochen noch in Thüringen live zu erleben sein. Am 13. Juni gastieren sie nämlich abends beim Rolandsfest in Nordhausen. Am 15. Juni sind sie beim Erfurter Krämerbrückenfest ab 14 Uhr zu erleben, und dann noch am 24. August auf der Erfurter ega. Diese Gastspiele sind allesamt Konzerte im Rahmen der großen Jubiläumstour. Und viele Besucher auf dem Sondershäuser Marktplatz waren sich beim Residenzfest einig – die Gastspiele von Petra Zieger und ihrer Band lassen sie sich nicht entgehen, so toll war die rockig-fetzende Stimmung…

28. Mai 2008

La Cenerentola will die Musikstadt erobern


In der Musikstadt Sondershausen haben jetzt die Proben für die dritten Schlossfestspiele begonnen, die vom 11. Juli bis zum 26. Juli 2008 im schönen Ambiente des Schlosshofes aufgeführt werden. Inszeniert wird in diesem Jahr die märchenhafte Oper „La Cenerentola“ („Aschenbrödel“) von Gioacchino Rossini. Auch im dritten Jahr des sehr beliebten Sommerereignisses setzen die Stadt als Gastgeber und das Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen als Veranstalter auf hochkarätige Nachwuchstalente, überwiegend Absolventen deutschsprachiger Musikhochschulen. Mehr als 200 Bewerbungen gab es für die einfach zu besetzenden sieben Partien. Mehr als siebzig junge Künstler mussten sich persönlich beim Vorsingen vorstellen. Nun ist die Auslese in der Musikstadt gegenwärtig, hat in dieser Woche die Probenarbeit aufgenommen.

Karita Jungar (Bild) etwa hat am ersten Probentag vorsorglich die Schuhe probiert, denn die junge Künstlerin aus Basel (Schweiz) wird die Rolle der Angelina, des „Aschenbrödels“, verkörpern und interpretieren. Unter der Regie von Holger Pototzki und der musikalischen Leitung von Frank Obermair werden die „gecasteten“ Talente – eigentlich mag man im Theater Sondershausen / Loh-Orchester Sondershausen den Begriff „Casting“ nicht so heftig, obwohl er natürlich auf „Neu-Deutsch“ das Auswahlverfahren auch beschreibt und keineswegs abwertet – nun bis zur Premiere eifrig die komplette Opernproduktion erarbeiten. Es wird wohl ein hartes Stück Arbeit, denn wie Intendant Lars Tietje zu Beginn der Probenarbeit einräumte, ist die Rossini-Oper für die jungen Künstler eine mutige Herausforderung. Sehr schöne und flexible Stimmen seien nötig, um das „Aschenbrödel“ überzeugend auf die Bühne zu bringen.

Von den sieben Sängerinnen und Sängern sind nach meinem Wissensstand keine aus Thüringen. Sie kommen aus verschiedenen Ländern, etwa aus Finnland und der Schweiz, aber auch aus Berlin, München oder Frankfurt, zumindest, was ihre Musikhochschul-Heimat betrifft. Kost und Logis haben diese Nachwuchskünstler bis zum Ende der Festspiele in Sondershausen frei, sind in einem Gästehaus der Musikstadt untergebracht, bekommen lediglich ein „Taschengeld“, können sich neben der Opernproduktion aber in Workshops auf ihre weitere Bühnenkarriere vorbereiten und ansonsten den Aufenthalt in der Musikstadt genießen.

Hier zur Besetzung und zu den Verantwortlichkeiten des Festspielensembles. Frank Olle ist für die Bühne zuständig, Elisabeth Stolze-Bley für die Kostüme. Anne-Kristin Schmidt obliegt die Organisationsleitung, außerdem sind mit „im Boot“: Johannes Merkle (Korrepetition / musikalische Assistenz), Christine Bossert und Anne Uthleb (Regieassistenz /Inspizienz). Und Lars Tietje ist als Intendant des veranstaltenden Theaters Nordhausen / Loh-Orchesters Sondershausen ohnehin in der Gesamtverantwortung..

Nicht zu vergessen aber die Nachwuchstalente, die nun ihre Partien einstudieren müssen und dann ab Mitte Juli hoffentlich im Schlosshof begeistern: Karol Cieplucha (Don Ramiro, Prinz von Salerno – im Bild oben wird er gerade vermessen), Robert Christian Merwald (als Diener Dandini), Armin Friedman (Baron Don Magnifico), Sandra Spiess (Clorinda), Katharina Heiligtag (Tisbe), Sebastian Campione (Alidoro, Philosoph und Lehrer des Prinzen) sowie Karita Jungar als Stieftochter Angelina und somit als „Aschenbrödel“..

Im schönen Ambiente des Sondershäuser Schlosshofes werden die Open-Air-Aufführungen der Rossini-Oper ab 11. Juli 2008 zu sehen und zu hören sein.

Sondershausens Bürgermeister Joachim Kreyer und Intendant Lars Tietje begrüßten zum Probenauftakt das Festspielensemble, das sich nun finden muss, profilieren soll. Schließlich gilt es in Sondershausen, an eine langjährige Musiktradition anzuknüpfen. Gleich an diesem Wochenende können übrigens die Sängerinnen und Sänger die Nordthüringer Kreisstadt mit der Musik- und Bergbautradition etwas von der angenehmen Seite näher kennenlernen, ohne sich dabei schon selbst profilieren zu müssen – vom 30. Mai bis zum 1. Juni wird in Sondershausen das Residenzfest gefeiert. Es ist das siebte, sieben Nachwuchstalente bereits sich auf ihre Partien im „Aschenbrödel“ vor und die Sieben ist eine Glückszahl, wenn das nicht günstige Aussichten sind…..

17. Mai 2008

Haste Töne: Musikstadt pfeift die Nazis raus!

Sondershausen hat heute ein deutliches Zeichen gegen Rechts gesetzt. „Pfeift die Nazis aus der Stadt“ hatte die Lokalausgabe der TA plakativ auf der Titelseite die Botschaft signalisiert und viele Bürger der Region, aber auch Intitiativen, Organisationen, Parteien und Kirchengruppen beteiligten sich an einer doch beachtlichen Gegendemonstration gegen ein Thüringentreffen der NDP-Jugend. Die Rechtsextremen hatte man erfreulicherweise auf ein Areal ins Gewerbegebiet Schachtstraße verbannt, so dass das als Familienfest „getarnte“ Treffen quasi vor der Stadt und abseits der Öffentlichkeit stattfand. Die Gegendemonstration in der Stadt brachte immerhin mehrere hundert Menschen auf die Straße, deutlich mehr als der Haufen der Rechtsextremen. Ein Großaufgebot der Polizei aus mehreren Bundesländern und der Bundespolizei sorgte souverän dafür, dass es zu keinen Ausschreitungen kam.

Schon im Vorfeld des Wochenendes hatten sich viele bekannte Bürger aus dem Kyffhäuserkreis in der Lokalzeitung der Musikstadt mit Nachdruck gegen den Rechtsextremismus ausgesprochen, dort bekennend Flagge gezeigt. Und ganz persönlich ihre Meinungen gesagt, welchen Schaden Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit für die Gesellschaft, die Kultur, die Wirtschaft und die Demokratie anrichten können. Diese Bekenntnisse waren wohl auch nötig, damit viele Bürger einfach aufwachen und begreifen, welcher gefährliche und menschenverachtende Unsinn da von den Rechten so kleckerweise über das Land schwappt…

Zwar hätten es am Ende beim Demonstrationszug gegen Rechts zwischen Elisabethplatz und dem Pfarrplatz an der Trinitatiskirche doch noch deutlich mehr Bürger sein können, doch das Ergebnis konnte sich sehen und hören lassen. Vertreter der demokratischen Parteien und Wählervereinigungen, der Gewerkschaften, der Kirchen, des Bündnisses gegen Rechts sowie linksautonome Gruppen, die sich aber friedlich verhielten, sorgten mit ihren Trillerpfeifen für ein gellendes Pfeifkonzert während des Marsches und der Abschlusskundgebung.

Bei der Kundgebung an der Trinitatiskirche wurde dann mehrere Reden gehalten und es gab Musik. Viele aufrechte Bürger waren an diesem Tag stolz auf die Musikstadt, dass hier ein so lautstarkes und deutliches Signal gegen Rechts gesetzt wurde. Zum Auftakt hatte es schon am Vormittag in der Trinitatiskirche ein Andacht gegeben. Am Nachmittag gab es zudem auf dem Marktplatz ein buntes Familienfest mit Musik.

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